Linde und Praxair vereinbaren Strafzahlung
Linde und Praxair vereinbaren Strafzahlung
jh München – Falls die Fusion mit Praxair an den Aktionären von Linde scheitert, wird es für den Münchner Industriegasekonzern teuer. Dann müsste Linde an den US-Partner 250 Mill. Euro zahlen. Umgekehrt gilt das Gleiche. Das ist in einem zu Wochenbeginn von der amerikanischen Börsenaufsicht SEC veröffentlichten Dokument zur Fusionsvereinbarung zu lesen. Die Registrierungserklärung ist mit Anhängen 964 Seiten dick.Damit es zum Zusammenschluss kommt, braucht Linde eine Annahmequote von mindestens 75 % des Grundkapitals für das Angebot, Aktien in Anteile der gemeinsamen Holding von Linde und Praxair zu tauschen. Der US-Konzern hat sich für die Zustimmung seiner Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die Schwelle von 50 % gesetzt.Seit Pfingstmontag sind der Vorstandsvorsitzende von Linde, Aldo Belloni, und Finanzvorstand Sven Schneider in den USA, Kanada, Großbritannien und Deutschland unterwegs, um Investoren zu überzeugen. Die Tour dauere zwei bis drei Wochen, berichtete ein Sprecher von Linde. Auf einigen Terminen seien Manager von Praxair dabei. Ein Drittel der Aktionäre von Linde sei auch Anteilseigner von Praxair. In den USA sind gut 30 % der institutionellen Investoren von Linde, in Deutschland und Großbritannien jeweils 11 bis 12 %.Rechtlicher Sitz der Holding soll Dublin sein. Zentralfunktionen werden in Guildford bei London angesiedelt, dem Sitz des britischen Gase-konzerns BOC, den Linde 2006 übernommen hat. Die geplante Holding heißt Zamalight plc und wird später in Linde plc umbenannt. Die Transaktionskosten – unter anderem für Wirtschaftsprüfer, Banken und Rechtsberater – werden mit 204 Mill. Euro beziffert, davon 124 Mill. Euro für Linde. Goldene FallschirmeIn dem Dokument ist auch veröffentlicht, welchen Ausgleich die fünf Vorstände von Praxair erhalten, wenn sie wegen der Fusion ihren Posten verlieren. Die Kontrollwechselklausel gilt zwei Jahre nach dem für die zweite Hälfte 2018 erwarteten Vollzug des Zusammenschlusses. Mit 50,5 Mill. Dollar bekäme Steve Angel, CEO und designierter Chef der gemeinsamen Holding, den mit Abstand größten goldenen Fallschirm. Der vorgesehene CFO Matthew White erhielte 10,6 Mill. Dollar.