Lohnabrechnung von Pershing Square geht nicht auf
Lohnabrechnung von Pershing Square geht nicht auf
Von Stefan Paravicini, New YorkDie Rechnung des Hedgefonds Pershing Square im Proxy Fight mit ADP geht bisher nicht auf. Anfang August hatte der Investor bekannt gegeben, dass er sich mit gut 8 % an dem knapp 50 Mrd. Dollar schweren US-Softwarespezialisten für die Lohnabrechnung in Unternehmen beteiligt habe, im Board bis zu fünf von insgesamt zehn Mitgliedern besetzen wolle und einen Wechsel an der Unternehmensspitze zur Diskussion stellen werde. Die Reaktion des Managements um CEO Carlos Rodriguez fiel zunächst kühl und später feindselig aus.Die Aktie des Unternehmens habe sich seit der Berufung von Rodriguez im Jahre 2011 besser entwickelt als die Investments von Pershing Square über den gleichen Zeitraum, teilte ADP mit. Bill Ackman, Gründer und Chef von Pershing Square, der vor der anstehenden Aktionärsversammlung des Softwarekonzerns um eine Fristverlängerung für die Benennung seiner Kandidaten für den Board gebeten hatte, sei ein “verwöhnter Balg”, der “wie ein Gebrauchtwagenhändler” auftrete, ließ der ADP-Chef wissen. In den vergangenen Tagen landete dann auch noch ein Schreiben von Rodriguez an seinen Anwalt bei Ackman – versehentlich, wie es heißt -, in dem der ADP-Chef die Aufrichtigkeit des Investors bezweifelt.Das alles ist für einen Proxy Fight (Kampf um Aktionärsstimmen) nicht ungewöhnlich, erst recht im laufenden Jahr, in dem Aktivisten nach Angaben von Marktbeobachtern so viele Kampagnen wie noch nie gegen das Management von US-Konzernen angeleiert haben. Man erinnere sich etwa an die Auseinandersetzung zwischen Arconic-Chef Klaus Kleinfeld mit Elliott Management in diesem Frühjahr, wo es noch mit viel härteren Bandagen zur Sache ging. Was Ackman mehr zu denken geben dürfte, ist das überschaubare Interesse, das die Investoren bisher an der Rechnung an den Tag legen, die er bei ADP aufmacht. Nachdem der Investor am Donnerstag in einer mehr als drei Stunden dauernden Telefonkonferenz erläuterte, wie er den Börsenwert des Unternehmens in den nächsten vier Jahren um bis zu 132 % steigern könnte, zuckten die Anleger nicht einmal mit den Schultern. Die Aktie verlor fast 6 % und notierte bei 104,68 Dollar, während Ackman kurz zuvor ein Preisziel von 221 bis 255 Dollar bis Juni 2021 ausgegeben hatte.ADP teilte mit, dass man immer offen sei für gute Ideen. Allerdings verrate die Präsentation von Ackman “einen fundamentalen Mangel an Verständnis” hinsichtlich des Geschäfts. Der Investor habe nichts vorgebracht, was nicht längst vom Board und dem Management geprüft wurde, hieß es. Der Investor will die Profitabilität deutlich erhöhen und verweist dabei nicht nur auf die kleineren ADP-Konkurrenten Paychex und Paycom, sondern auch auf die von ADP ausgegliederte CDK. Alle drei weisen deutlich höhere Margen als ADP aus, sind in ihren vergleichsweise kleinen Nischen allerdings auch geringerer Konkurrenz ausgesetzt.Ackman ließ sich aber nicht beirren. Auch Canadian Pacific habe Pershing Square bei ihrem Einstieg 2012 erklärt, dass eine höhere Profitabilität den Gesetzen der Physik widersprechen würde. Im zweiten Quartal lag die Marge der Eisenbahngesellschaft gemessen am Ebitda bei 51 %, und Ackman hat mit seinem Investment 2,6 Mrd. Dollar verdient. ——–Investoren von ADP reagieren im Proxy Fight kühl auf die Pläne von Investor Bill Ackman.——-