Lufthansa verordnet sich Sparpaket

Wegen Coronavirus abgesagte China-Flüge belasten - Details am 19. März

Lufthansa verordnet sich Sparpaket

Die Lufthansa hat Flüge auf das chinesische Festland wegen des Coronavirus bis Ende März ausgesetzt. Das belastet das Ergebnis, nun soll mit einem Sparprogramm gegengesteuert werden. Details zur möglichen Ergebnisbelastung durch die Flugausfälle wird das Unternehmen am 19. März nennen.lis Frankfurt – Die Lufthansa verordnet sich ein Sparpaket, weil Flugausfälle wegen der Coronavirus-Epidemie das Geschäft belasten. Bei der Kernmarke Lufthansa werden Neueinstellungen ausgesetzt oder verschoben, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Auch durch unbezahlten Urlaub oder Teilzeit sollen Personalkosten gesenkt werden. Lehrgänge für neue Mitarbeiter an Bord wurden abgesagt. “In den administrativen Bereichen kürzt die Kernmarke Lufthansa das Projekt-Volumen um 10 %, das Sachkostenbudget um 20 %”, erklärte der Dax-Konzern, dessen Aktie wie die anderer Airlines auch seit Tagen unter Druck steht. Alle geplanten Stations- und Flugbegleiter-Lehrgänge ab April 2020 werden nicht durchgeführt. Die Kursteilnehmer der bereits laufenden Lehrgänge werden vorerst nicht in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen.Die Ergebnisbelastung durch den Ausfall von Flügen nach China sei noch nicht absehbar. Dazu werde sich der Konzern auf der Bilanzpressekonferenz am 19. März äußern. Dort soll es auch mehr Details zu den Effekten des Sparpakets geben.Die Lufthansa-Gruppe hat bis zum Ende des Winterflugplans Ende März alle Passagierflüge zum chinesischen Festland ausgesetzt. Nach Hongkong werden weiter Verbindungen angeboten, allerdings zum Teil mit kleineren Flugzeugen. Auch das Frachtgeschäft mit China läuft nur eingeschränkt, weil keine Flugzeugbäuche von Passagiermaschinen mehr zur Beladung zur Verfügung stehen. Rein rechnerisch stehen 13 Flugzeuge der Lufthansa-Gruppe am Boden, die Langstreckenflotte umfasst insgesamt 181 Flieger. Laut Lufthansa machen Verbindungen nach China inklusive Hongkong bei den Kapazitäten rund 6 % des Angebots aus.Fluggesellschaften weltweit befürchten große Einbußen, wenn die Coronavirus-Gefahr länger anhält. Betroffen sind vor allem asiatische Airlines sowie Fluglinien mit einem starken Geschäft von und nach Asien, also etwa Lufthansa oder die Golfcarrier. Der internationale Airline-Verband Iata warnte vergangene Woche – noch vor der starken Ausbreitung in Italien -, die Nachfrage werde in diesem Jahr um 0,6 % sinken, statt wie ursprünglich angenommen um knapp 5 % wachsen. Airlines in der Region Asien-Pazifik müssten mit knapp 28 Mrd. Dollar weniger Umsatz rechnen, alle anderen mit Einbußen von rund 1,5 Mrd. Dollar.In den vergangenen Tagen hatten bereits der Lufthansa-Partner United Airlines sowie Air New Zealand ihre Gewinnprognosen gekippt. Air France-KLM hatte in der vergangenen Woche gesagt, sollten Flüge nach China wegen der Coronavirus-Krise bis April ausgesetzt bleiben, werde dies den Unternehmensgewinn allein bis dahin um 150 Mill. bis 200 Mill. Euro schmälern. Der Konzern kündigte an, nichtkritische Investitionen zum Beispiel in Immobilien, neue IT oder Werbung zurückzufahren. Die niederländische Tochter KLM hat ebenfalls Sparmaßnahmen angekündigt. Investitionen würden vorerst gestoppt, es werde ein vorläufiger Einstellungsstopp verhängt, berichteten niederländische Medien am Mittwoch. Ein KLM-Sprecher sprach von “Vorsorgemaßnahmen”. Die Airline befürchte Umsatzeinbußen durch eine weitere Verbreitung des Virus auch in Europa. Air France-KLM hat ebenso wie Lufthansa und British Airways alle Flüge von und nach China bis Ende März ausgesetzt. Condor wird ausgebremstWährend Lufthansa im China-Geschäft auf der Bremse steht, baut der Luftfahrtkonzern sein Engagement bei touristischen Verbindungen weiter aus. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, ab dem 1. Juni 2020 in Kooperation mit Eurowings von Frankfurt aus die kanadische Großstadt Calgary saisonal wieder in den Flugplan aufzunehmen. Damit tritt der Konzern erneut in Konkurrenz zu Condor, die dieses Reiseziel ebenfalls im Angebot hat. Lufthansa will der ehemaligen Tochter, die derzeit an einer Übernahme durch die polnische Holding PGL arbeitet, auch noch an anderer Stelle das Leben schwermachen. Denn die Verträge mit der Ferienfluggesellschaft über Zubringerflüge will der deutsche Marktführer nicht mehr verlängern. Dem Vernehmen nach läuft das sogenannte Interline Agreement noch bis Sommer 2021.