Luxusgüterkonzern LVMH erwartet Umsatzeinbruch
Luxusgüterkonzern LVMH erwartet Umsatzeinbruch
wü Paris – Nach Kering hat mit LVMH ein weiterer Luxusgüterkonzern vor den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf das Geschäft gewarnt. Die Zahlen seien zwar nicht bekannt, aber man könne davon ausgehen, dass die Verkäufe im ersten Quartal im Vergleich zur Vorjahreszeit um 10 % bis 20 % sinken dürften, erklärte die weltweite Nummer 1 der Branche. LVMH will die konsolidierten Umsatzzahlen am 16. April nach Handelsschluss an der Börse veröffentlichen. Kering wiederum erwartet, dass der Umsatz im ersten Quartal bereinigt um 15 % sinken wird und das zweite Quartal stark von der Coronakrise beeinträchtigt wird. Kein Zeitplan, keine PrognoseLVMH hat sich noch nicht zum zweiten Quartal geäußert. Wie es im jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht des Verwaltungsrates für 2019 lediglich heißt, führten die von den verschiedenen Ländern beschlossenen Maßnahmen kurzfristig zur Schließung von Werken und Boutiquen des Konzerns, was sich auf die Ergebnisse auswirken werde. Ohne den Zeitplan für die Rückkehr zu normalen Verhältnissen in diesen Ländern zu kennen, sei es jedoch nicht möglich, die möglichen Auswirkungen konkret zu beziffern. Die LVMH-Aktie schloss 2,4 % fester.Analystin Louise Singlehurst von Goldman Sachs etwa rechnet 2020 wegen der weiteren Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie in Europa und den USA mit einem Umsatzeinbruch der Luxusgüterbranche um 30 %. Dies sei ein beispielloser Rückgang, urteilt sie. Denn 2009 nach der Finanzkrise seien die Umsätze nur um 10 % gesunken. Nach Ansicht der Experten der Boston Consulting Group dürfte die Branche in Südeuropa am stärksten leiden. Dagegen ist in China nach Angaben von Kering bereits eine Erholung zu sehen. Dort ziehen die Verkäufe der Branche nach Angaben von Marktkennern inzwischen wieder stark an, so dass der Umsatzrückgang im Gesamtjahr niedriger als in anderen Regionen ausfallen dürfte. Kering teilte mit, dass die Hauptversammlung wegen der Corona-Krise vom 23. April auf den 23. Juni verschoben wird.