Marke VW fährt in Coronakrise auf Sicht
Marke VW fährt in Coronakrise auf Sicht
ste Hamburg – Volkswagen Pkw sieht infolge der Coronavirus-Epidemie von einer konkreten Prognose für das laufende Geschäftsjahr ab. Die Coronakrise sei beispiellos und werde einen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der Marke Volkswagen haben, sagte der neue Finanzvorstand Alexander Seitz laut Pressemitteilung anlässlich der Vorlage von Jahreszahlen 2019. Wie groß die Auswirkungen seien, sei derzeit nicht abzuschätzen. “Wir werden alles tun, um unsere Mitarbeiter zu schützen und unser Geschäft zu stabilisieren.”Die Kernmarke von Volkswagen, die für rund 35 % der Konzernerlöse steht, hatte am Dienstag angekündigt, ihre Produktion in den europäischen Werken mit dem Ende der Spätschicht am heutigen Donnerstag sukzessive herunterzufahren. Der Produktionsstopp gilt zunächst für voraussichtlich zehn Werktage und betrifft acht Markenstandorte in Deutschland, der Slowakei, Spanien und Portugal sowie mehrere Standorte der Zuliefereinheit Volkswagen Konzern Komponente.Der Ausblick auf die laufende Geschäftsentwicklung sei erschwert, hieß es bei der Marke, die auf eine ursprünglich geplante Jahrespressekonferenz in Wolfsburg verzichtete. Durch die zunehmend herausfordernde und dynamische Situation im Bereich der Zulieferer und Logistik könne eine stabile Versorgung der Werke nicht mehr dauerhaft gewährleistet werden. Zugleich zeichne sich ein sinkender Absatz in Europa ab.Im vergangenen Jahr hatte VW Pkw die Auslieferungen im rückläufigen Gesamtmarkt um 0,5 % auf den Rekordwert von 6,28 Millionen Fahrzeuge gesteigert. Treiber war vor allem das Geschäft mit den Stadtgeländewagen (SUV). Seit 2016 hat sich die Anzahl der SUV-Modelle der Marke von 4 auf 14 erhöht, der SUV-Anteil in Europa liegt bei inzwischen 37 % und in den USA bei über 50 %.Der Umsatz der Marke stieg im Berichtsjahr um 4,5 % auf 88,4 Mrd. Euro, das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen um fast 17 % auf 3,79 Mrd. Euro. Die operative Rendite landete mit 4,3 (i. V. 3,8) % im Zielband von 4 bis 5 %, das früheren Aussagen zufolge auch für den laufenden Turnus gilt. Von den geplanten Kosteneinsparungen von 3 Mrd. Euro pro Jahr in Deutschland infolge des 2016 initiierten Zukunftspakts wurden 2,7 Mrd. Euro bis Ende 2019 erreicht. Rund 10 900 Stellen seien abgebaut, in Zukunftsfeldern wie der Elektromobilität zugleich 4 500 Arbeitsplätze geschaffen worden.