Marktforscher GfK sagt Börse ade
Marktforscher GfK sagt Börse ade
sck München – 18 Jahre nach seinem Börsengang hat sich der angeschlagene Marktforschungskonzern GfK vom Handelsparkett verabschiedet. Nach dem mit dem Großaktionär GfK-Verein abgestimmten Einstieg des US-Finanzinvestors KKR hielten beide Gesellschaften zuletzt 96,7 % des Grundkapitals. Aufgrund der damit überschrittenen Schwelle von 95 % machte das Duo von der Möglichkeit Gebrauch, die restlichen Anteilseigner (3,3 %) per Barabfindung aus dem Nürnberger Unternehmen hinauszudrängen (Squeeze-out-Verfahren). Am Dienstag notierte die Aktie mit 47,19 Euro noch über der Abfindungsofferte von 46,08 Euro. Die GfK teilte ad hoc mit, dass mit der Eintragung eines entsprechenden Übertragungsbeschlusses ins Handelsregister die Notierung der Aktien “in Kürze” enden werde.Das frühere SDax-Mitglied geriet vor allem aus eigenem Verschulden in eine Krise. Nach mehreren herben Quartalsverlusten holte die Firma Ende vergangenen Jahres KKR an Bord. Unter Regie der Amerikaner versucht der Konzern einen Neustart. Ende August gab die neue GfK-Führung einen Restrukturierungsplan nach abermaligen hohen Fehlbeträgen bekannt (vgl. BZ vom 1. September). Die Sanierung beinhaltet einen umfangreichen Stellenabbau. Ende Juni zählte der Konzern weltweit noch 12 900 Mitarbeiter.