Maschinenbau bleibt in Schwung

Commerzbank erwartet mehr als 2 Prozent Wachstum

Maschinenbau bleibt in Schwung

hek Frankfurt – Ein zuversichtliches Bild vom deutschen Maschinenbau zeichnet die Commerzbank in einer Sektorstudie. Die Volkswirte gehen davon aus, dass das Produktionswachstum der Branche im laufenden Jahr die 2-Prozent-Marke deutlich übertreffen wird. Auch für 2018 stellt die Bank eine Ausweitung der Produktion um mehr als 2 % in Aussicht. Damit endet die Seitwärtsbewegung – 2016 hatte die Erzeugung der Maschinenbauer stagniert. Die Prognose der Bank bleibt hinter dem Ausblick des Branchenverbands VDMA zurück. Dieser rechnet für 2017 und 2018 mit einem realen Produktionsplus von jeweils 3 %.Derzeit kann die Branche auf einen florierenden Auftragseingang bauen. Wie im Juli legten die Bestellungen auch im August preisbereinigt um 10 % gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Die stark exportorientierten Unternehmen profitieren von der anziehenden Nachfrage sowohl aus den Euro-Partnerländern (plus 23 %) als auch aus Nicht-Euro-Ländern (plus 13 %). Insgesamt wurde damit ein Plus von 15 % für die Auslandsorders verbucht. Als enttäuschend stuft VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers allerdings die Inlandsnachfrage ein. Diese sei mit einem kleinen Plus von 1 % immer noch nicht auf Touren gekommen. Auch im Dreimonatsvergleich Juni bis August zeigt sich das Ausland mit einem Auftragszuwachs von 9 % gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker als das Inland (plus 3 %).”Das Geschäftsklima im deutschen Maschinenbau ist so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr”, meint Alexander Mann, Sector Head Industrials der Commerzbank. Trotz intensiveren Wettbewerbs liegt die Kapazitätsauslastung mittlerweile wieder bei über 85 %. Die Erträge der Maschinenbauer fallen nach den Angaben in der Studie im Vergleich zur Gesamtindustrie leicht überdurchschnittlich aus. Die Volkswirte gehen davon aus, dass die Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern 2016 und 2017 konstant geblieben ist und “wenig mehr als 5 %” beträgt. Dieses Margenniveau erwartet die Commerzbank auch für die kommenden Jahre.Deutsche Maschinenbauer bieten in der Mehrheit technisch komplexe und hochspezialisierte Systemlösungen an und gelten aufgrund der Fokussierung auf Nischen, technologischer Vorteile und der Innovationsstärke als Hidden Champions. Als Kernaufgabe gilt in vielen Unternehmen die Implementierung von Industrie-4.0-Lösungen. Größer wird die Konkurrenz allerdings im Mid-Tech-Segment, insbesondere im ostasiatischen Raum. Gleichwohl kann es laut Commerzbank für deutsche Produzenten lukrativ sein, das Engagement im Mid-Tech-Bereich auszuweiten. “Dafür müssen sie Produktionskosten senken und gleichzeitig überlegenes Know-how nutzen, das viele ihrer Konkurrenten aus dem Low-Tech-Bereich noch nicht haben”, so der Commerzbank-Experte Mann.