Maschinenbauer auch 2018 auf Wachstumskurs

Verband erwartet Produktionsplus von 3 Prozent - Kapazitäten so ausgelastet wie seit 2008 nicht mehr

Maschinenbauer auch 2018 auf Wachstumskurs

md Frankfurt – Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau sieht dem kommenden Jahr mit Zuversicht entgegen. Wie für den laufenden Turnus rechnet der VDMA auch für 2018 mit einem Produktionswachstum von 3 % (siehe Grafik). Der konjunkturelle Aufschwung in diesem Jahr wird sich nach Ansicht der VDMA-Volkswirte im bisherigen Tempo fortsetzen.Für 2017 war die Wachstumsprognose Ende Juni von real 1 % auf 3 % angehoben worden (vgl. BZ vom 30. Juni). Der Produktionswert sollte demnach bei 211 Mrd. Euro liegen – ein Rekordwert für die Industrie, die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gilt. Als Grund für die Anhebung waren die kräftigen Auftragszuwächse im Vergleich zur Vorjahreszeit genannt worden.In den ersten sieben Monaten 2017 hätten die Maschinen- und Anlagenbauer ein Produktionswachstum von 2,9 % erreicht. “Politische und wirtschaftliche Krisen sowie notwendige Strukturreformen verhindern eine deutlichere wirtschaftliche Erholung in vielen Ländern”, gibt VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers aber zu bedenken. Daher werde das Wachstum 2018 keine stärkere Dynamik erreichen, es werde sich lediglich “regional verschieben”.Im größten Absatzmarkt Deutschland stehen die Zeichen auf Expansion, heißt es in der Mitteilung. Die Kapazitäten im mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagenbau seien so stark ausgelastet wie seit 2008 nicht mehr. Entsprechend mehrten sich die Kundenklagen über Kapazitätsengpässe. “Das sollte den dringend notwendigen Ausrüstungsinvestitionen endlich auf die Sprünge helfen”, meint Wiechers.In den USA, dem größten Exportmarkt, laufe die Konjunktur bereits in diesem Jahr spürbar besser als im vergangenen. Die Ausrüstungsinvestitionen hätten deutlich zugelegt; die deutschen Maschinenexporte in die USA sind den Angaben zufolge im ersten Halbjahr nominal um 7 % gestiegen. 2018 könnte es angesichts verbesserter Absatz- und Ertragserwartungen sogar noch eine leichte Beschleunigung der Investitionen geben. “Allerdings gibt es in Bezug auf die künftige Regierungspolitik von US-Präsident Donald Trump nach wie vor mehr Unsicherheiten als Klarheiten”, erklärt Wiechers. Deshalb gehe der VDMA allenfalls von einem soliden Wachstum der Exporte aus – “vorausgesetzt, die immer wieder erhobenen protektionistischen Forderungen manifestieren sich nicht in konkretem Handeln”.Der drittgrößte Einzelmarkt China sorge ebenfalls bereits dieses Jahr für ein hohes Wachstumstempo. Die Maschinenexporte seien im ersten Halbjahr nominal um 23 % gewachsen. Dieses Tempo werde sich schon wegen des Basiseffekts nicht halten lassen. Für 2018 rechnet der VDMA mit einem Zuwachs der Ausfuhren in prozentual mittlerer einstelliger Höhe. In Anbetracht der Größe des Marktes – rund 10 % der deutschen Maschinenexporte oder knapp 8 % der deutschen Produktion gehen nach China – kommt es hier also zu einem Dynamikverlust, “der durch eine Steigerung beim Absatz in anderen Märkten kompensiert werden muss und wohl auch kann”, so der VDMA-Chefvolkswirt. Die Gruppe der Entwicklungs- und Schwellenländer (ohne China) wies im ersten Halbjahr ein Exportplus von 5 % auf. Wachstumspotenzial hätten u.a. Brasilien, Russland und Indien. Ausreißer GroßbritannienDie Exporte in die EU haben im ersten Halbjahr um 2 % zugelegt. Die Rate könnte sogar höher ausfallen, da es hier regelmäßig mit mehrmonatiger Verspätung zu umfangreichen Nachmeldungen komme. Mit 4 % rückläufig waren allerdings die Exporte nach Großbritannien.”Für 2018 rechnen wir für die meisten EU-Länder mit Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich”, so Wiechers. Die Konjunktur habe in der EU deutlich an Fahrt gewonnen, und es gebe Nachholbedarf an Investitionen. “Der Auftragseingang aus den Euro-Partnerländern ist in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres mit einem Plus von 11 % eindeutig auf Expansionskurs.”—– Wertberichtigt Seite 8