Mehr Gewinne aus der Pipeline
Mehr Gewinne aus der Pipeline
Polen guckt in die Röhre. Entgegen den Warnungen der Regierung in Warschau wird der Bau des zweiten Strangs der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 jetzt in Angriff genommen. Die westlichen Konzerne Uniper, Wintershall, Engie, Shell und OMV beteiligen sich mit jeweils rund 1 Mrd. Euro an dem insgesamt 10 Mrd. Euro teuren Projekt – mit Rückendeckung der Bundesregierung. Damit werden die Ängste der osteuropäischen Nachbarn ignoriert. Die Abhängigkeit Westeuropas von Erdgas aus Russland wird wachsen. Deutschland bezieht schon mehr als ein Drittel seines Bedarfs an Erdgas – und einen ähnlichen Anteil beim Öl – aus Wladimir Putins Reich und liegt damit über dem EU-Schnitt von 31 %. Eigentlich wollte Westeuropa seine Gasbezugsquellen diversifizieren. Davon kann jetzt wohl keine Rede mehr sein. Für die Aktionäre von Uniper ist der Wiedereinstieg bei Nord Stream 2 dagegen eine gute Nachricht. Im Jahr 2022 gehen die letzten Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz. Dann kommen die Gaskraftwerke von Uniper wieder ins Geld. Den benötigten Brennstoff hat sich der Konzern nun gesichert.cru