Merck-Aktionäre senken über Vergütung den Daumen
Merck-Aktionäre senken über Vergütung den Daumen
swa Frankfurt – Das neue Vergütungssystem für die Geschäftsleitung des Darmstädter Life-Science-Konzerns Merck ist auf der Hauptversammlung mehrheitlich abgelehnt worden. Bei einer Präsenz von 64 % fanden sich nur 46,04 % Ja-Stimmen für die neuen Entlohnungsregelungen. Alle anderen Abstimmungspunkte wurden mit großer Mehrheit angenommen. “Merck nimmt die Rückmeldung seiner Aktionäre ernst und wird die Kritik eingehend analysieren”, teilt das Unternehmen nach dem Aktionärstreffen mit.Fondsgesellschaften hatten für die diesjährige Hauptversammlungssaison angekündigt, besonderes Augenmerk auf die Managergehälter legen zu wollen. Vor wenigen Tagen hatten auch die Anteilseigner der Munich Re den Daumen gesenkt und mit 65,71 % der Stimmen das Vergütungssystem abgelehnt. Auf der RWE-Hauptversammlung vergangenen Donnerstag gab es 81,25 % Zustimmung, doch es war die höchste Zahl an Neinstimmen unter allen Abstimmungspunkten. Außerhalb des Dax 30 bekam Metro Anfang Februar die gelbe Karte gezeigt mit gut 20 % Neinstimmen beim Say-on-Pay. Institutionelle Anleger monieren oftmals nicht die Höhe, sondern die Transparenz der geschnürten Pakete.Die neuen Vergütungsregeln von Merck sehen vor, dass der Personalausschuss künftig die variable Vergütung in einem bestimmten Faktor nach eigenem Ermessen anpassen kann. Die Pensionsvereinbarung wird von leistungs- auf beitragsorientierte Zusagen umgestellt. Zudem ist ein höheres Eigeninvestment vorgesehen. So sind die Führungskräfte verpflichtet, 100 % ihres jährlichen Fixums in Merck-Aktien zu investieren, für den neuen CEO Stefan Oschmann gelten 200 %.