Merck profitiert von Geschäft in Schwellenländern

Starker Auftakt im Pharma- und Laborgeschäft - Management bleibt in Prognose vorsichtig

Merck profitiert von Geschäft in Schwellenländern

swa Frankfurt – Getrieben von hoher Nachfrage in Wachstumsmärkten ist der Pharma- und Chemiekonzern Merck schwungvoll ins Jahr gestartet. Profitiert hat die Gruppe zudem von einem stärkeren Dollar. Mit einem organischen Wachstum von 3,1 % kletterte der Umsatz in den ersten drei Monaten um 5,3 % auf 3,86 Mrd. Euro.Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) kam überproportional um 14,5 % auf 1,24 Mrd. Euro voran. Den stärksten Beitrag lieferte die Pharmasparte, die von einer Meilensteinzahlung von 37 Mill. Euro von Pfizer im Zusammenhang mit der Zulassung des Krebsmittels Bavencio profitierte sowie von einer Einmalzahlung von 116 Mill. zur Abgeltung zukünftiger Lizenzzahlungen. Damit entfallen Einnahmen im mittleren bis hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich, die bislang im Quartal eingestrichen wurden. Das Betriebsergebnis (Ebit) war rückläufig, weil Merck im Vorjahr 324 Mill. Euro aus dem Verkauf der Rechte am Medikament Kuvan eingestrichen hatte.Finanzvorstand Marcus Kuhnert charakterisierte das Quartal auch als strategisch erfolgreich, nachdem der Konzern nach langer Durststrecke in den USA die Zulassung für Bavencio in zwei Indikationen erhalten hat. Der Konzern habe dokumentiert, dass das Vertrauen in die Produktpipeline gerechtfertigt sei. Für 2017 rechne Merck für Bavencio mit einem Umsatz im hohen einstelligen Millionenbereich.Im Pharmageschäft zahlt sich für Merck das Geschäft in Schwellenländern aus. Im ersten Quartal hat die Region Asien-Pazifik gemessen am Umsatz erstmals Nordamerika überholt. Dazu beigetragen hat der Rückkauf der Rechte zur Vermarktung von Glucophage in China von Bristol-Myers Squibb. Das Segment Healthcare trug mit einem organischen Wachstum von 4,4 % zum dynamischen Start bei und steigerte die um den Kuvan-Verkauf bereinigte Ebitda-Marge von 30,9 auf 36,5 %.Dass die Sparte Life Science mit einem organischen Wachstum von 3,3 % nicht ganz an vergangene Quartale heranreicht, führt Kuhnert auf sehr starke Vergleichszahlen zurück. Es seien keine Anzeichen einer sich abschwächenden Nachfrage zu erkennen. Die Ebitda-Marge kam von 28,1 auf 30,1 % voran. Punkten konnte Merck in Asien mit einem organischen Umsatzplus von 8,2 %, wobei eine gute Entwicklung in Südkorea hervorgehoben wird. Auch in Lateinamerika ging es aufwärts.In der Sparte Performance Materials war die Marge von 43,9 auf 40,9 % rückläufig. Merck hat bei Flüssigkristallen mit Preisdruck und wachsender Konkurrenz chinesischer Anbieter zu kämpfen. Der Marktanteil des Konzerns “normalisiere” sich und werde im historischen Durchschnitt von 50 bis 60 % zum Stehen kommen. “Wir fallen nicht von der Klippe”, beschwichtigte Kuhnert. Nach dem Negativtrend 2016 habe sich das Marktumfeld beruhigt, auch was die Vorratshaltung der Kunden angehe.Für 2017 geht Merck unverändert von einem leichten bis moderaten organischen Wachstum aus und rechnet mit Rückenwind von Währungen. Angepeilt wird ein Konzernumsatz zwischen 15,5 und 16,0 Mrd. Euro nach 15,0 Mrd. im Vorjahr. Das bereinigte Ebitda wird zwischen 4,40 und 4,60 Mrd. Euro vorhergesagt, so dass ein Rückgang zum Vorjahreswert von 4,49 Mrd. nicht ausgeschlossen wird. Zu schultern sind deutlich höhere Aufwendungen für Forschung & Entwicklung.—– Wertberichtigt Seite 8