Metro will altes Image am Kapitalmarkt abstreifen
Metro will altes Image am Kapitalmarkt abstreifen
ab Düsseldorf – Der aus der Aufspaltung der Metro Group hervorgegangene Lebensmittelhändler Metro hat seit dem Listing im vorigen Sommer an der Börse deutlich Federn gelassen. War die Aktie am ersten Handelstag mit 20 Euro in das zweite Börsenleben gestartet, stehen mittlerweile nur noch 15,35 Euro auf der Kurstafel. Nach Einschätzung von Finanzchef Christian Baier liegt das daran, dass Metro noch nicht als vollwertiger Spieler im B2B-Segment wahrgenommen wird. “Die Aufspaltung hat uns der Wahrnehmung schon viel näher gebracht, auch wenn das momentan noch von ein paar Themen überlagert wird”, gibt sich der Manager im CFO-Interview der Börsen-Zeitung zuversichtlich.Als Errungenschaft wertet er dabei, dass Analysten bei der Bewertung nicht mehr länger den Vergleich zu Einzelhändlern wie Tesco oder Carrefour ziehen. “Was fehlt Metro, um auf die Bewertung von B2B-Wettbewerbern zu kommen?”, fragt Baier und liefert sogleich die Antwort. Metro sei bei der Übersetzung des operativen Ergebnisses in Cash-flow noch nicht auf Augenhöhe mit den Wettbewerbern. “Hier haben wir tatsächlich noch Verbesserungspotenzial.” Dass Metro mit der Verbrauchermarktkette Real auch über Retailgeschäft verfügt, das immerhin für ein Fünftel des Konzernumsatzes steht, blendet Baier hingegen aus. Auf die Frage, wann Metro hier den Schlussstrich zieht, weicht der Manager wortreich aus. Zumindest aber räumt er ein: “Das Geschäftsmodell hat seine Herausforderungen und steht bei der Kapitalrendite nicht so gut da”. Da gerade die Tarifverhandlungen mit Verdi laufen – bis 31. März muss eine Lösung im Tarifkonflikt gefunden sein -, hebt Baier natürlich auch auf die Kostenstrukturen ab. Es gelte, die Kostenseite nach vorne zu entwickeln, um auch dort zusätzliche Spielräume für Investitionen zu generieren. “Den notwendigen Kampfeswillen bringen wir mit.” —– Interview Seite 11