WERTBERICHTIGT

Milliardendeal aus der Portokasse

Börsen-Zeitung, 16.4.2020 Mitten in der größten Wirtschaftskrise seit einem Jahrhundert zieht der schwedische Industrieausrüster Atlas Copco die Milliardenübernahme des Darmstädter Technologieunternehmens Isra Vision unbeirrt durch. Das ist...

Milliardendeal aus der Portokasse

Mitten in der größten Wirtschaftskrise seit einem Jahrhundert zieht der schwedische Industrieausrüster Atlas Copco die Milliardenübernahme des Darmstädter Technologieunternehmens Isra Vision unbeirrt durch. Das ist erstaunlich genug, weil die Finanzierung zuletzt in vielen anderen Fällen von Übernahmen nicht mehr gesichert war. Die Schweden können es sich leisten – sie zahlen das Ganze gleichsam aus der “Portokasse”: Atlas Copco hat zwar ausweislich der Angebotsunterlage einen Brückenkreditvertrag (mit der BNP Paribas) abgeschlossen, der zur Finanzierung des Angebots und der Transaktionskosten verwendet werden kann. Alternativ kann Atlas Copco aber auch sofort verfügbare Mittel, einschließlich in der Bilanz ausgewiesener Barmittel, zur vollständigen oder teilweisen Finanzierung der Angebotskosten verwenden. Ende 2019 waren das umgerechnet 1,4 Mrd. Euro. Atlas Copco legt sich mit Isra Vision einen technischen Bestandteil für die Roboterfabrik der Zukunft zu. Maschinelles Sehen gilt dabei als Schlüsseltechnik für die Automatisierung. Applaus. cru