WELLA-VERKAUF

Milliardendeal mit KKR

ak - Das Haarpflegegeschäft von Coty mit Wella und einigen weiteren Marken wie Clairol steht künftig unter der Kontrolle von KKR. Der Private-Equity-Investor soll das ertragsschwache Geschäft wieder flottmachen und übernimmt 60 % an den Aktivitäten,...

Milliardendeal mit KKR

ak – Das Haarpflegegeschäft von Coty mit Wella und einigen weiteren Marken wie Clairol steht künftig unter der Kontrolle von KKR. Der Private-Equity-Investor soll das ertragsschwache Geschäft wieder flottmachen und übernimmt 60 % an den Aktivitäten, die aus dem Coty-Konzern herausgelöst und in ein eigenständiges Unternehmen eingebracht werden. An diesem wird Coty eine Minderheitsbeteiligung von 40 % halten.Die Aktivitäten mit einem Umsatz im vergangenen Jahr von 2,35 Mrd. Dollar und einem Ebitda von 350 Mill. werden in dem Deal mit 4,3 Mrd. Dollar bewertet. Das entspricht dem 12,3-Fachen des Ebitda. Coty winkt mit der Transaktion, die Ende Mai unterschrieben und dann in sechs bis neun Monaten abgeschlossen werden soll, ein Cash-Zufluss von rund 3 Mrd. Dollar. KKR will zunächst unmittelbar bei Coty eine Wandelanleihe über 750 Mill. Dollar zeichnen und damit Liquidität liefern. Das Papier soll mit einem Kupon von 9 % ausgestattet werden bei einem Wandlungspreis von 6,24 Dollar. Das entspricht einer Prämie von 20 % auf Cotys Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Später bei Unterschrift unter den Vertrag soll eine weitere Wandelanleihe über 250 Mill. Dollar gezeichnet werden. Das ursprünglich auch zum Verkauf ausgeschriebene Geschäft in Brasilien bleibt bei Coty. KKR soll zwei Sitze in Cotys Board of Directors erhalten. Der Kosmetikkonzern wurde von Credit Suisse und AFW LP finanziell beraten.Coty hat im vergangenen Quartal mit einem Umsatzrückgang von 23 % heftig eingebüßt und der Covid-19-Pandemie vor allem im asiatischen und europäischen Geschäft Tribut zollen müssen. Der Konzern ist deutlich in die roten Zahlen gerutscht. Ende März lag die Nettoverschuldung beim 7,3-Fachen des bereinigten Ebitda. Der operative Verlust erreichte unbereinigt fast 260 Mill. Dollar im Quartal. Das Management kündigte an, die Fixkostenbasis um 700 Mill. Dollar senken zu wollen, was einem Viertel des bisherigen Budgets entspricht.