Mit Big Data gegen das Coronavirus

US-Firma Palantir bietet ihre Dienste in Europa an - Arbeit an Tracking-App läuft

Mit Big Data gegen das Coronavirus

sp Berlin – Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus kommt modernen Datenanalyseinstrumenten eine entscheidende Rolle zu. Eine baldige Lockerung der Einschränkungen im Alltag und im Wirtschaftsleben setzt voraus, dass neue Infektionsherde rasch identifiziert und isoliert werden können. In Deutschland läuft deshalb die Debatte über den Einsatz einer Tracking-App auf Hochtouren. Aber auch Spezialisten für die Auswertung von Big Data wie die US-Firma Palantir, die unter anderem mit den meisten US-Geheimdiensten im Geschäft ist, bieten offenbar ihre Dienste an.Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass Palantir unterrichteten Kreisen zufolge Gespräche mit Regierungen in verschiedenen europäischen Staaten über den Einsatz von Software führe, um die Ausbreitung von Covid-19 zu bekämpfen. Das Softwareunternehmen verhandele mit Behörden in Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte. Palantir habe bereits einen Vertrag mit dem britischen National Health Service abgeschlossen und einen weiteren mit Strafverfolgungsbehörden in Nordrhein-Westfalen über 14 Mill. Euro, berichtet Bloomberg. Die Gespräche über einen Vertrag auf bundesweiter Ebene seien allerdings ins Stocken geraten.Palantir-Gründer und CEO Alex Karp saß in den vergangenen zwei Jahren im Aufsichtsrat des Berliner Medienhauses Axel Springer und ist vor wenigen Wochen in den Aktionärsausschuss des Konzerns aufgerückt. Peter Thiel zählt zu den wichtigsten Investoren von Palantir. Nach eigener Einschätzung des Unternehmens taugt die Technologie etwa dazu, die Ausbreitung des Virus zu analysieren.Darauf zielt auch eine Initiative europäischer Wissenschaftler, die am Mittwoch eine Technik für Corona-Tracing-Apps vorgestellt hat, die bereits Ende kommender Woche erprobt werden könnte. Die PEPP-PT Plattform (Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing), an der auch das Frankfurter KI-Start-up Arago mitarbeitet, nutzt Bluetooth, um die Annäherung von Smartphone-Besitzern zu registrieren. Auch die Fintechs Wefox und Finleap sind bei der Entwicklung der App auf Basis von PEPP-PT engagiert. Das Start-up GeoHealthApp aus Hannover entwickelt eine App auf Grundlage von GPS-Ortungen. Die Bundesregierung will bald eine App präsentieren, mit der Bürger auf Infektionsgefahren hingewiesen werden sollen.