WERTBERICHTIGT

Monsantos Spuren

Börsen-Zeitung, 27.10.2017 Die größte Übernahme der Firmengeschichte hinterlässt bei Bayer sogar in ihrem höchst unfertigen Zustand schon tiefe Spuren im Zahlenwerk. Monsanto kostet bereits jetzt eine Menge Geld. Die direkt zuzuordnenden Belastungen...

Monsantos Spuren

Die größte Übernahme der Firmengeschichte hinterlässt bei Bayer sogar in ihrem höchst unfertigen Zustand schon tiefe Spuren im Zahlenwerk. Monsanto kostet bereits jetzt eine Menge Geld. Die direkt zuzuordnenden Belastungen summieren sich in den ersten neun Monaten auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Der Dax-Konzern nennt 170 Mill. Euro Aufwendungen im Ebit, dazu kommen Kurssicherungskosten, Upfront Fees und Bereitstellungsgebühren für die Brückenfinanzierung, die sich im tiefroten Finanzergebnis niederschlagen. Und es stellt sich auch die Frage, wie sehr die Vorbereitung und Organisation des Multimilliardendeals Kapazitäten bindet und das operative Geschäft der Leverkusener beeinträchtigt. Erst hakt es in Brasilien im Pflanzenschutzgeschäft, dann wird der US-Markt für rezeptfreie Medikamente zum Problem, weil Bayer nicht fix genug auf E-Commerce umstellen kann. Sicher, die marktbedingten Herausforderungen wären auch ohne Monsanto aufgetreten. Aber vielleicht hätten sie mit voller Konzentration aufs operative Geschäft besser bewältigt werden können.ak