Murdoch verkauft an Mickey Mouse
Murdoch verkauft an Mickey Mouse
Worüber bereits seit Wochen spekuliert wurde, ist jetzt gewiss. Der Medienmogul Rupert Murdoch verkauft sein Imperium 21st Century Fox an den US-Unterhaltungskonzern Walt Disney. Den Aktionären von Fox gehört nach dem rein aktienbasierten Milliardendeal künftig rund ein Viertel an Mickey Mouse.sp New York – Der australische Medienmogul Rupert Murdoch verkauft einen Großteil seines Medienimperiums 21st Century Fox an den US-Unterhaltungskonzern Walt Disney, der 1923 vom Erfinder der Comic-Figur Mickey Mouse gegründet wurde. Worüber seit Wochen spekuliert wurde, war am Donnerstag Gewissheit. Disney bezahlt für Filmstudios, Kabelsender, Anteile am britischen Bezahlsender Sky sowie am Streamingdienst Hulu 52,4 Mrd. Dollar in eigenen Aktien. Inklusive Schulden in Höhe von rund 14 Mrd. Dollar landet der Deal gemäß Thomson Reuters auf Platz 6 der größten Mediendeals. Die Aktionäre von Fox halten künftig rund ein Viertel an Walt Disney. Die übrigen Fox-Assets werden vor der Übernahme abgespalten und könnten laut Insidern bei News Corp. landen, bei der Murdoch ebenfalls den Ton angibt.Analysten messen den im Rahmen des Deals abzuspaltenden Aktivitäten Fox News, Fox Business und dem Sportsender FS1 einen Wert von rund 12 Dollar je Aktie zu, während Disney für die von ihr avisierten Aktivitäten umgerechnet 28 Dollar je Aktie offeriert, womit der Deal Fox insgesamt mit rund 40 Dollar je Aktie bewertet. Die Aktie legte gestern im frühen Handel zwar um mehr als 3 % zu, lag mit 33,82 Dollar aber noch deutlich unterhalb des in der Transaktion angesetzten Wertes. Der Abschlag spiegelt vor allem die Sorgen vor einem Einspruch der US-Wettbewerbsbehörden wider, die etwa an der Zusammenführung der regionalen US-Sportsender von Fox mit dem nationalen Sportsender ESPN aus dem Hause Disney Anstoß nehmen könnten. Comcast denkt an AT&TDer Kabelsender Comcast und der Telekomkonzern Verizon, denen ebenfalls Interesse an Fox nachgesagt wurde, haben ihre Bemühungen um einen Zuschlag laut US-Medienberichten wegen kartellrechtlicher Bedenken abgebrochen. Die Sensibilität für mögliche Einsprüche der Wettbewerbshüter ist noch einmal gestiegen, seit das US-Justizministerium im vergangenen Monat Einspruch gegen die 85 Mrd. Dollar schwere Übernahme von Time Warner durch AT&T eingelegt hat.Kommt der Deal zu einem erfolgreichen Abschluss, könnte Disney mehreren Schwächen beheben. Zuletzt bereitete dem Konzern vor allem das Kabelgeschäft mit den Disney-Fernsehkanälen sowie den Kabelsender ESPN und ABC Probleme, die gegen Streamingdienste wie Netflix und Amazon ins Hintertreffen geraten sind. Mit dem Zukauf erwirbt Disney nicht nur den Fox-Anteil am Netflix-Konkurrenten Hulu, sondern könnte mit Fox bald auch selbst ins Streaming-Geschäft einsteigen. Die Partnerschaft mit Netflix wurde bereits beendet. Bisher fehlte es Disney allerdings an Inhalten, um ein eigenes Angebot zu füllen.Die Integration von Fox will Disney-Chef Bob Iger selbst überwachen. Der 66-Jährige hat seinen Abschied in den Ruhestand um zwei weitere Jahre bis 2021 verschoben. Die Rolle von Fox-CEO James Murdoch ist noch nicht geklärt.