Nemetschek wagt Ausblick trotz Pandemie

Softwarespezialist fühlt sich gut gewappnet - Serviceaufträge geben "höheres Maß an Planungssicherheit"

Nemetschek wagt Ausblick trotz Pandemie

sck München – Im Gegensatz zu vielen anderen börsennotierten Publikumsgesellschaften hat der Softwarespezialist Nemetschek mitten in der Coronakrise einen Ausblick gewagt. Das MDax-Mitglied peilt im laufenden Jahr einen “leichten” Umsatzzuwachs und eine operative Marge von “mehr als 26 %” an. Zur Bilanzvorlage stellte der Vorstand diese Prognose aber unter Vorbehalt aufgrund der Pandemie, sollte sich die Lage weiter verschlechtern. Es sei nicht verlässlich abschätzbar, wie sich das Virus auf die Geschäftstätigkeit auswirke. Wachstumstrend “intakt”Der Wachstumstrend sei aber “intakt”. Das Unternehmen bezeichnete sich in seinem Segment als “stark positioniert”. Die ersten zwei Monate dieses Jahres seien “nach Plan” verlaufen. Infolge des hohen Anteils an wiederkehrenden Erlösen aus Serviceaufträgen am Gesamtumsatz (54 %) verfügt Nemetschek nach eigenen Angaben über ein “höheres Maß an Planungssicherheit”.Der recht zuversichtliche Ausblick überzeugte die Anleger. Die Aktie von Nemetschek sprang in der Spitze um 8,5 %, gab im Handelsverlauf einen Teil des Kursgewinns aber wieder ab und schloss auf Xetra mit 45,28 Euro (+ 5,8 %). Das Papier konnte bislang nur einen Teil der erlittenen Einbußen wettmachen. Die Panikreaktion an den Märkten infolge der Coronakrise löste auch bei diesem Titel einen Kurssturz aus, denn Mitte Februar notierte der Anteilschein noch bei 68 Euro. Nemetschek bringt derzeit 5,2 Mrd. Euro auf die Waage. Nach einem Aktiensplit will die Verwaltung die Dividende je Papier geringfügig auf 0,28 (i.V. 0,27) Euro erhöhen.2019 steigerte der auf Softwaredienste für die Bauwirtschaft und Architekten ausgerichtete Konzern den Erlös um 18 % auf 557 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs überproportional um ein Drittel auf 166 Mill. Euro. Das entsprach 29,7 (26,3) % der Konzernerlöse. Nemetschek hatte die vorläufigen Jahreszahlen bereits im Februar veröffentlicht (vgl. BZ vom 6. Februar). Aufgrund eines hohen Ertrags aus dem Verkauf von Ducuware sprang der Überschuss des Konzerns sogar um fast zwei Drittel auf 127 Mill. Euro. Rekordjahr als “solide Basis”Das Rekordjahr 2019 ist für den Konzern nach Aussagen des Managements eine “solide Basis für 2020”. Die Bilanz ist stabil. Neben dem Gewinn steigerte Nemetschek unter anderem den freien Cash-flow und die liquiden Mittel deutlich.