Nestlé gilt als Favorit im Rennen um Merck-Sparte

Schweizer Konzern legt höchstes Angebot vor

Nestlé gilt als Favorit im Rennen um Merck-Sparte

swa Frankfurt – Nestlé liegt offenbar im Rennen um die Consumer-Health-Sparte des Darmstädter Merck-Konzerns vorn. Mit 4,2 Mrd. Euro habe der Schweizer Nahrungsmittelmulti das höchste Gebot für das Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten abgegeben, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider. Über das Interesse von Nestlé wird seit Wochen spekuliert. Der Konzern will im Gesundheitsgeschäft expandieren und hat unlängst den Kauf des kanadischen Herstellers von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln, Atrium Innovations, für 2,3 Mrd. Dollar angekündigt.Im Poker um die Merck-Sparte soll Nestlé nun Rivalen wie Mylan und Reckitt Benckiser ausgestochen haben. Beide Konzerne seien aber noch im Rennen, heißt es. Mylan hatte vor Jahren das Generikageschäft von Merck übernommen.Andere Interessenten sollen sich aus dem Bieterprozess um Health Care indes inzwischen verabschiedet haben, darunter der Pharmakonzern Perrigo sowie die Private-Equity-Häuser Bain und Cinven, die den Bad Vilbeler Generikakonzern Stada übernommen haben.Merck hatte das Consumer-Health-Geschäft im Herbst zum Verkauf gestellt, um sich im Pharmageschäft auf patentgeschützte innovative Arznei zu fokussieren. Das Segment der nicht verschreibungspflichtigen Medikamente hat 2016 mit einem organischen Wachstum um 3,4 % einen Umsatz von 860 Mill. Euro erzielt. Dazu gehören Marken wie Neurobion, Kytta, Femibion, Nasivin, Cebion, Multibionta oder Kohle-Compretten. Mit einem Abschluss des Bieterverfahrens wird im ersten Quartal gerechnet.