Nestlé verkauft US-Teemarken nach sechs Jahren wieder
Nestlé verkauft US-Teemarken nach sechs Jahren wieder
md Frankfurt – Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé setzt den Portfolioumbau unter dem seit Jahresanfang amtierenden CEO Mark Schneider fort. Die Tochter Nestlé Waters North America verkaufe die Teemarken Sweet Leaf Tea und Tradewinds an die Beteiligungsgesellschaft Fireman Capital Partners und den Getränkehersteller Dunn’s River Brand, teilte der Schweizer Konzern mit. Die Transaktion soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden. Finanzielle Details wurden nicht genannt.Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) schätzt den Verkaufspreis laut Reuters auf rund 100 Mill. bis 200 Mill. sfr. Nestlé hatte die beiden Marken 2011 nach Angaben der ZKB für etwa 100 Mill. sfr übernommen. “Die Transaktion ist für Nestlé sehr klein. Interessant ist mehr die Tatsache, dass sich Nestlé nach nur sechs Jahren aus einer Wachstumsnische verabschiedet, weil offensichtlich die kritische Größe nicht erreicht werden konnte”, erklärte ZKB-Analyst Patrik Schwendimann.Die Veräußerung der beiden Teemarken ist ein weiterer Schritt im Bestreben Nestlés, wenig rentable und wachstumsschwache Konzernteile abzustoßen und sich dafür hochmargige und wachstumsstarke Geschäfte einzuverleiben, die angesichts des Umsatzes (2016 umgerechnet 77 Mrd. Euro) mitunter kaum ins Gewicht fallen. So hatten die Schweizer in den vergangenen Monaten u.a. die auf kalt gebrauten Kaffee spezialisierte Chameleon Coldbrew, eine Mehrheitsbeteiligung an Blue Bottle Coffee, ein Röster und Fachhändler hochwertiger Kaffeespezialitäten, sowie Sweet Earth, einen Produzenten vegetarischer Lebensmittel, übernommen; alle drei Unternehmen haben ihren Sitz in den USA. Anfang des Monats war allerdings eine größere Übernahme angekündigt worden: Für 2,3 Mrd. Dollar wird der Hersteller von Vitamin- und Nahrungsmittelzusätzen Atrium Innovations in Kanada akquiriert.Insidern zufolge sollen die Schweizer auch ein Auge auf das Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten des Darmstädter Merck-Konzerns geworfen haben. Auf der anderen Seite macht die Suche nach einem Käufer des US-Süßwarengeschäfts von Nestlé keine erkennbaren Fortschritte. 2016 hatte der Konzernteil 900 Mill. sfr Erlös gebracht.