Nixdorf malt Zukunft in düsteren Farben
Nixdorf malt Zukunft in düsteren Farben
ab Düsseldorf – Da beißt die Maus keinen Faden ab: Zumindest im Jahr eins des Zusammenschlusses der Geldautomatenhersteller Diebold und Wincor Nixdorf – im Februar wurde der Abschluss des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags ins Handelsregister eingetragen – wirkt sich die Fusion negativ auf das Geschäft aus. Nachdem das US-Mutterhaus schon im Juli eine Gewinnwarnung ausgesprochen hatte, zieht die deutsche Tochter jetzt nach. Im laufenden Turnus, der im September endet, rechnen die Paderborner nun mit einem “deutlichen Umsatz- und Ertragsrückgang”, wie aus der Zwischenmitteilung zum dritten Quartal hervorgeht.Dabei hatte die Gesellschaft die Prognose bereits im Mai zurückgenommen. Damals war von leichten Rückgängen in Umsatz und bereinigtem operativen Ergebnis die Rede gewesen. Zur Begründung für das abermalige Zurückrudern wird auf den bisherigen Geschäftsverlauf und auf “Anweisungen im Zusammenhang mit dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag” verwiesen. On top kommt der Hinweis, dass der Geschäftsverlauf des verbleibenden Geschäftsjahres “weiterhin mit hoher Unsicherheit behaftet” ist.Zugleich geht Diebold Nixdorf davon aus, dass die Transaktions- und Restrukturierungskosten im Gefolge des Zusammenschlusses höher ausfallen werden als die ursprünglich geplanten 20 Mill. Euro. Und das aus gutem Grund, summierten sich die beiden Aufwandspositionen in den ersten neun Monaten doch schon auf 27 Mill. Euro.Letztlich landete der Umsatz im Zeitraum April bis Juni mit 602 Mill. Euro um 4 % unter dem Vorjahreswert, das um Restrukturierungskosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation (Ebita) gab dazu überproportional um 9 % auf 43 Mill. Euro nach. Vor allem im Bankgeschäft musste Nixdorf sichtlich Federn lassen. Hier brach das bereinigte operative Ergebnis um ein Viertel auf 24 Mill. Euro ein, der Segmentumsatz gab um 12 % nach. Die bessere Entwicklung im Geschäft mit dem Einzelhandel konnte den Rückgang nicht kompensieren. Einige Kunden verlorenAuf Sicht der ersten neun Monate hat sich die Geschwindigkeit des Umsatz- und Ergebnisverfalls jedoch abgeschwächt, zeigen die Deutschen für den Zeitraum Oktober bis Juni doch ein Umsatzminus von 6 % sowie einen Rückgang im bereinigten operativen Ergebnis von 17 %. Der Periodenüberschuss von 61 Mill. Euro entspricht einem Einbruch um fast ein Drittel.Damit schlägt sich Nixdorf jedoch noch besser als das US-Mutterhaus, das im ersten Halbjahr 2017 einen Verlust von 89 Mill. Dollar zeigte. Dabei wird es jedoch nicht bleiben, kalkuliert der US-Konzern für das Gesamtjahr doch mit einem Verlust zwischen 110 und 120 Mill. Dollar. Finanzchef Christopher Chapman hatte bei der Vorlage des Zwischenberichts Ende Juli eingeräumt, die Integrationserfordernisse unterschätzt zu haben. Zudem gab CEO Andy Mattes zu, im Zuge der Fusion einige Kunden verloren zu haben.