Nutzfahrzeugmarkt in Europa halbiert sich
Nutzfahrzeugmarkt in Europa halbiert sich
jh München – Der Rückgang der Neuzulassungen im europäischen Nutzfahrzeugmarkt hat sich im März wegen der Coronakrise stark beschleunigt. Der Verband der Europäischen Automobilhersteller (Acea) meldet für den vergangenen Monat ein Minus von 47,3 % in der EU auf rund 105 000 Lkw und Busse – auch weil Händler schließen mussten, um eine stärkere Verbreitung des Virus zu verhindern. Im Januar war die Zahl der Zulassungen wegen der abgeschwächten Konjunktur um 11,5 % gesunken, im Februar um 6,2 %. Für das erste Quartal ergibt sich ein Minus von 23,2 % auf etwa 413 000 Einheiten.In der Klasse der schweren Lkw mit einem Gesamtgewicht von mindestens 16 Tonnen ging es den neunten Monat in Folge abwärts. Nach starken Jahren hatte sich in diesem Segment seit Mitte 2019 eine Abschwächung gezeigt, was in der Branche als Normalisierung gewertet wurde. Die Coronavirus-Pandemie verschärft jedoch den Abschwung: Für den März gibt Acea 38 % weniger Zulassungen von neuen schweren Lkw in der EU an. Für das erste Quartal ergibt sich ein Minus von knapp 27 % auf rund 54 000 Stück.In der Klasse der leichten Nutzfahrzeuge unter 3,5 Tonnen wie etwa Transporter sank die Zahl erst den dritten Monat in Folge, im März aber mit knapp 50 % auf gut 83 000 Einheiten am heftigsten von allen Segmenten. Insgesamt traf es mit Blick auf die Länder am stärksten Frankreich, Spanien und Italien mit einem Absturz um 63 bis 66 % – ähnlich wie im Pkw-Markt (vgl. BZ vom 18. April). In der Klasse der schweren Lkw gab es von den großen Märkten den heftigsten Rückgang in Frankreich sowie in Polen (siehe Tabelle). In Deutschland fiel die Zahl aller neu zugelassenen Nutzfahrzeuge im März um gut 25 % und in den ersten drei Monaten um mehr als 14 %. Busse sind die AusnahmeEine Ausnahme bildeten die Busse, deren Neuzulassungen hierzulande im März und im gesamten ersten Quartal um jeweils rund 12 % zulegten. Von Januar bis März verzeichneten in dieser Klasse sogar Italien und Frankreich einstellige Zuwächse, während die Zahl in Spanien um 37 % fiel. Insgesamt ging es in der EU im Quartal um mehr als 10 % nach unten auf rund 7 600 Busse, im März um 37 %.