Olympus verkauft Kamerageschäft

Japanischer Finanzinvestor will Sparte verschlanken

Olympus verkauft Kamerageschäft

mf Tokio – Nach 84 Jahren verkauft Japans Optikspezialist Olympus seine traditionsreiche Kamerasparte an den Finanzinvestor Japan Industrial Partners (JDI). Der Deal soll zu Ende September unter Dach und Fach sein, die finanziellen Details blieben im Dunkeln. Der Beteiligungsfonds JDI hatte zuvor Sony das Geschäft mit der Notebook-Marke Vaio abgekauft und weitergeführt. Verluste durch SmartphonesOlympus begründete den Ausstieg aus dem “extrem schwierigen” Kameramarkt mit dem Siegeszug der Smartphones. Man habe die Kosten gesenkt, die Produktion restrukturiert und sich auf spiegellose Kameras mit Wechselobjektiven konzentriert. Trotzdem habe die Sparte in den vergangenen drei Jahren rote Zahlen geschrieben. JDI könne den Geschäftszweig agiler machen. Lichtblick mit EndoskopenIm abgelaufenen Geschäftsjahr war der Umsatz dieser Sparte um mehr als 10 % auf 43,6 Mrd. Yen (363 Mill. Euro) erneut zurückgegangen, der operative Verlust wurde immerhin von 18,3 Mrd. Yen auf 10,4 Mrd. Yen (87 Mill. Euro) gedrückt. Doch Kameras steuerten nur noch 5,5 % des Umsatzes von 797,4 Mrd. Yen (4 Mrd. Euro) bei. Zugleich verringerten sie den Betriebsgewinn um 11 % auf 83,5 Mrd. Yen. Der Löwenanteil der Erlöse und des Gewinns stammt aus dem Geschäft mit medizinischer Ausrüstung wie Endoskopen.Immer wieder hatte Olympus das Gerücht, die Kameras würden aufgegeben, dementiert. Selbst nach dem Bilanzskandal von 2011 war dies nicht geschehen. Doch der Konzern stand unter dem Druck seines US-Aktionärs Valueact Capital, den Unternehmenswert zu erhöhen. Die Corona-Pandemie dürfte die Entscheidung beschleunigt haben. Vergangene Woche teilte Olympus mit, der Kameraabsatz sei im April um mehr als die Hälfte zum Vorjahr gefallen. Valueact besitzt nach eigenen Angaben mehr als 5 % der Olympus-Anteile und ist im Verwaltungsrat mit einem Direktor vertreten. – Wertberichtigt Seite 6