Pandemie treibt Umsatz von Sanofi
Pandemie treibt Umsatz von Sanofi
wü Paris – Während Unternehmen aus den meisten Branchen unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie leiden, profitiert der französische Pharmariese Sanofi von der Situation. Der Konzern konnte seine Umsätze deshalb im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,9 % auf 8,97 Mrd. Euro steigern. Rund die Hälfte dieses Erlöswachstums habe man der Tatsache zu verdanken, dass es wegen Covid-19 in den Vertriebskanälen zum Aufbau von Lagervorräten gekommen sei, erklärte Sanofi. Dieser Effekt dürfte sich jedoch im zweiten Quartal teilweise wieder umkehren.Die Pandemie schlug sich unter anderem in den Verkäufen der Sparte Consumer Healthcare nieder, die dank der starken Nachfrage nach Arzneimitteln zur Behandlung von Schmerzen, Fieber und Husten 4,2 % zulegte. Allein die Verkäufe des in Frankreich sehr beliebten paracetamolhaltigen Mittels Doliprane legten um 20 % zu. Aber auch das ursprünglich als reines Hautmedikament entwickelte und inzwischen auch bei Asthma eingesetzte Dupixent lief besser als erwartet. Das half der Biotechsparte, ihre Umsätze um fast ein Drittel zu steigern.Die Impfstoffsparte wiederum bekam die im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie verhängten Reisebeschränkungen zu spüren: Sie verkaufte deshalb weniger Reiseimpfstoffe. Das wurde jedoch dank einer stärkeren Nachfrage nach Grippeimpfstoffen wieder wettgemacht. Das Diabetesgeschäft ging erneut zurück, obwohl es teilweise von Hamsterkäufen profitierte.Konzernchef Paul Hudson sieht Sanofi im Wettlauf, einen Impfstoff gegen Covid-19 zu finden, gut aufgestellt. Der französische Pharmariese ist dafür mehrere Partnerschaften eingegangen, unter anderem mit GlaxoSmithKline. Eine der größten Herausforderungen bestehe jetzt darin, sicherzustellen, dass Europa die zur Bekämpfung der Pandemie notwendigen Mengen an Impfstoff herstellen könne, warnte Hudson während einer Telefonkonferenz. Denn für eine entsprechende Produktion müssten die Weichen rechtzeitig gestellt werden. Jahresziel bestätigtDer Sanofi-Chef hält es zudem für gut möglich, dass ein Impfstoff als Erstes in den USA eingesetzt werden könne, da dort die staatliche Biomedical Advanced Research and Development Authority (Barda) die Entwicklung von Impfstoffen fördert. Auf europäischer Ebene gibt es dagegen bisher nichts Vergleichbares – sehr zum Bedauern von Hudson. Wenn ein Impfstoff zusammen mit der Barda entwickelt werde, könnte es sein, dass die US-Regierung darauf beharre, dass Amerikaner als Erstes geimpft werden, meint er.Der Sanofi-Chef bestätigte jetzt die Ziele für das Gesamtjahr. Angestrebt wird, dass das bereinigte Ergebnis je Aktie um 5 % steigt, sofern es nicht zu unvorhergesehenen größeren Ereignissen kommt. Die Sanofi-Aktie legte am Freitag 2,3 % zu.