Gesundheitsmarkt

Pharmagroßhändler Phoenix wächst schneller als der Markt

In einem herausfordernden Marktumfeld will der Gesundheitsdienstleister Phoenix weiter überproportional wachsen. Die Übernahme von europäischen Aktivitäten des US-Wettbewerbers McKesson soll die Expansion unterstützen.

Pharmagroßhändler Phoenix wächst schneller als der Markt

Großhändler Phoenix wächst schneller als der Markt

Zukauf belastet Ergebnis – Druck durch Lieferkettenengpässe

swa Frankfurt

Der Gesundheitsdienstleister Phoenix Pharma sieht sich in guter Position, das Geschäft weiterhin kräftig auszubauen. Das Management um CEO Sven Seidel rechnet auch im laufenden Geschäftsjahr mit einem überproportionalen Wachstum, nachdem die Gesellschaft 2022/23 (zum 31.1.) in Europa die Marktentwicklung übertroffen habe. Beim Ergebnis vor Steuern stellt Phoenix einen Rückgang in Aussicht. Dabei wird es nach der großen Übernahme von Teilen des europäischen Geschäfts des US-Konkurrenten McKesson zu Belastungen durch höhere Abschreibungen sowie steigende Finanzierungskosten kommen. Gebremst wird die Ergebnisentwicklung auch von stattlichen Energie- und Transportkosten sowie von einem höheren Aufwand zum Management weiterhin bestehender Lieferengpässe von Medikamenten.

Mit nennenswertem Restrukturierungsaufwand aus der bislang größten Akquisition rechnet das Unternehmen nicht. Nach den Worten von Finanzchef Carsten Sauerland werden Synergien und Integrationskosten „in einem gesunden Verhältnis“ stehen und besser ausfallen als im Markt üblich. Aufs Jahr gerechnet werden die von McKesson erworbenen Aktivitäten 12 Mrd. Euro an Umsatz beisteuern.

Mit dem Zukauf hat Phoenix 8.500 neue Mitarbeitende an Bord genommen. Das Geschäft wurde erweitert über 66 neue Logistikstandorte, 410 neue Apotheken und mehr als 4.000 neue Partner-Apotheken. Es gelang der Markteintritt in Portugal, Irland, Belgien und Slowenien und ein deutlicher Ausbau in den bestehenden Märkten Frankreich und Italien. Zum Kaufpreis äußert sich Phoenix nicht. Nach Angaben von CEO Seidel lag der Transaktionswert unter dem anteiligen Eigenkapital, so dass ein negativer Firmenwert (Badwill) von 300 Mill. Euro verbucht werden konnte.

Die erworbenen McKesson-Aktivitäten hat Phoenix erstmals im Schlussquartal des vergangenen Geschäftsjahres voll konsolidiert. Der Umsatz der Gruppe kam mit dem Zukauf, der in drei Monaten 3 Mrd. Euro erreichte, um 18,2% auf 36,3 Mrd. Euro voran. Die Gesamtleistung stieg um knapp 16% auf 46 Mrd. Euro. In Deutschland, dem größten Einzelmarkt, kletterte der Umsatz des Marktführers um 11% auf fast 12 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern zeigt Phoenix mit knapp 300 Mill. Euro auf Vorjahresniveau. Der Effekt aus dem gebuchten Badwill wurde kompensiert von einem Goodwill-Impairment in Höhe von 307 Mill. Euro auf frühere Akquisitionen.