Pirelli soll Mailands größter Börsengang werden
Pirelli soll Mailands größter Börsengang werden
tkb Mailand – Der Mailänder Reifenhersteller Pirelli hat die Preisspanne für den am 4. Oktober geplanten Börsengang festgesetzt. Sie entspricht mit 6,30 bis 8,30 Euro etwa den Analystenerwartungen. Sie könne auch noch nach unten korrigiert werden, nicht aber nach oben, teilte das Unternehmen mit. Der Börsenwert wird auf 2,5 Mrd. bis 3,3 Mrd. Euro geschätzt. Damit avanciert Pirelli zum größten IPO an der Mailänder Börse im laufenden Jahr. Es stehen 350 Millionen Aktien zum Verkauf. Inklusiv Greenshoe sollen bis zu 40 % der Anteile platziert werden. Ein Zehntel des Angebotes ist dem Retail-Handel in Italien, 90 % sind institutionellen Anlegern in Italien und dem Ausland vorbehalten. Die Mindestzuteilung pro Aktionär wurde mit 500 Aktien festgesetzt.Nachdem die Börsenaufsicht Consob das Comeback von Pirelli an der Mailänder Börse abgesegnet hat, soll zu Wochenbeginn die Roadshow starten. Pirelli-Chef Marco Tronchetti und 25 seiner engsten Mitarbeiter teilen sich beim IPO – sollte dieses erfolgreich sein – einen Bonus von 126 bis 166 Mill. Euro. IMI Banca (Intesa Sanpaolo), J.P. Morgan und Morgan Stanley wurde das Mandat als Koordinatoren erteilt. Zusätzliche Buchführer sind BNP Paribas, BoA Merrill Lynch, Goldman Sachs, HSBC, Mediobanca und Unicredit. Lazard wurde als Finanzberater gewählt. Großaktionär Chemchina will die Beteiligung von derzeit 65 auf 45 %, die Beteiligungsholding Camfin von 22 auf 10 % und die russische LTI von 12,6 auf 5 % senken. Der Präsident von Banca Intesa Sanpaolo, Gian Maria Gros-Pietro, erklärte, dass Pirelli nicht zu den strategischen Beteiligungen des Hauses zähle. Insofern steht ein Ausstieg der Mailänder Bank an Camfin bevor. Die Bank hält 12 % der Anteile an Camfin, die ihrerseits 22 % von Pirelli kontrolliert.Der Börsengang dient primär dazu, den Schuldenberg von 4,2 Mrd. Euro abzubauen. Das Verhältnis zwischen Nettoverbindlichkeiten und Ebitda wird mit dem 4,7-Fachen angegeben und soll auf das Zweifache sinken. Der Dreijahresplan von Pirelli (2018 bis 2020) sieht ein jährliches Wachstum von 13 % des operativen Gewinns vor, ein von Keppler als “ehrgeizig” bezeichnetes Ziel.Mit 4 % des Umsatzes investiert Pirelli mehr als ihre Rivalen Michelin (3,8 %), Continental (2,3 %) oder die finnische Nokian (1,3 %) in Forschung und Entwicklung.