Positive Studiendaten für Bayer-Blockbuster
Positive Studiendaten für Bayer-Blockbuster
ab Düsseldorf – Xarelto, dem Topseller aus der Pharmasparte von Bayer, eröffnet sich weiteres Umsatzpotenzial. In einer großangelegten Studie der klinischen Phase III konnte der Thrombosehemmer in einer kombinierten Dosierung mit Aspirin das Risiko für Schlaganfälle, kardiovaskuläre Toderfälle und Herzinfarkte bei Patienten mit chronischer koronarer Herzkrankheit oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit signifikant um 24 % reduzieren, wie der Konzern mitteilte. Allein das Risiko für Schlaganfälle sei um 42 % gesenkt werden.Auch hinsichtlich des Risikoprofils, über das sich Analysten vor allem gesorgt hatten, gab Bayer Entwarnung. Zwar seien schwere Blutungskomplikationen häufiger aufgetreten, doch seien tödliche Blutungen nicht signifikant erhöht gewesen, heißt es. Der kombinierte Behandlungsansatz habe den klinischen Nettonutzen um 20 % erhöht, heißt es. Aktie gibt dennoch nachAn der Börse hatte es die Aktie gleichwohl schwer, sich gegen das negative Marktumfeld zu stemmen. War die Aktie vorbörslich noch mit einem satten Kursplus von über 2 % gestartet, verließ der Dax-Wert den Handel bei 108,95 Euro, ein Minus von 0,1 %. Zudem war seit Februar bekannt, dass die Studie positiv abgeschlossen wurde. Die detaillierten Ergebnisse stellte Bayer aber erst jetzt auf einem Kardiologie-Kongress in Barcelona vor.Entsprechend hatten sich Analysten bereits in den vergangenen Wochen Gedanken zu möglichen Zusatzumsätzen mit Xarelto im Rahmen der Compass-Studie gemacht. So geht Crédit Suisse für die neue Indikation von bis zu 1,5 Mrd. Dollar möglichem Zusatzerlös p. a. aus, J.P. Morgan taxiert das Potenzial auf 0,7 bis 3,5 Mrd. Euro und Jefferies beziffert den Zusatzumsatz auf mindestens 700 Mill. Euro bis 2021.Bayer selbst räumt dem Thrombosehemmer unverändert ein Spitzenumsatzpotenzial von mehr als 5 Mrd. Euro p. a. zu. Im abgelaufenen Geschäftsjahr setzte Bayer knapp 3 Mrd. Euro mit Xarelto um. Nach heutigem Stand läuft das Patent für Xarelto im April 2024 aus. Die Zulassung in der neuen Indikation soll noch in diesem Jahr beantraget werden, hieß es auf Nachfrage. Bislang ist Xarelto in mehr als 130 Ländern zugelassen.Bei der Compass-Studie handelt es sich nicht nur um die mit Blick auf die Patientenpopulation erste ihrer Art, sondern auch um die bisher größte klinische Studie mit Xarelto. Aufgrund der “überragenden Wirksamkeit des Medikaments” wurde die Studie bereits ein Jahr früher als geplant beendet. Nach den Angaben nahmen an der Studie knapp 27 400 Patienten teil.