Produktionsstopp im Flugzeugbau ausgeweitet
Produktionsstopp im Flugzeugbau ausgeweitet
wü Paris – Die beiden Flugzeugbauer Airbus und Boeing reagieren mit einer Ausweitung ihrer Produktionsstopps auf die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie. Boeing wird ab diesem Mittwoch vorerst überhaupt keine Zivilflugzeuge mehr bauen, während ihr europäischer Konkurrent nach Spanien und Kanada auch die Produktion in Stade, Bremen und Mobile vorübergehend unterbrechen will. Der US-Konzern wiederum will nun auch die Produktion des 787 Dreamliner in South Carolina stoppen. Er hatte bereits am Sonntag angekündigt, die vorübergehende Unterbrechung der Produktion in seinen drei im Bundesstaat Washington gelegenen Standorten Everett, Renton und Moses Lake auf unbestimmte Zeit verlängern zu wollen. Der Flugzeugbauer hatte wegen des seit über einem Jahr geltenden Flugverbots für die 737 Max bereits zu Beginn des Jahres die 737-Produktion vorübergehend eingestellt.Boeing beschäftigt in den Werken der Gegend um Seattle, die zu den Epizentren der Coronavirus-Epidemie in den USA gehört, rund 70 000 Mitarbeiter – knapp die Hälfte der Belegschaft. Nach Angaben eines Sprechers haben sich weltweit 140 Mitarbeiter mit dem neuen Coronavirus infiziert. Konzernchef David Calhoun hat nun einen Plan zum Abbau von Stellen auf freiwilliger Basis vorgestellt, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Der bereits durch die 737-Max-Krise stark geschwächte Konzern, der die US-Regierung Mitte März um staatliche Hilfe über 60 Mrd. Dollar für die amerikanische Luftfahrtindustrie gebeten hat, will so Kosten sparen. Boeing und ihre Zulieferer stellen in den USA eigenen Angaben zufolge 2,5 Millionen Arbeitsplätze.Airbus wiederum will nun die Produktion in Bremen bis zum 27. April unterbrechen, in Stade bis zum 11. April und in Mobile in den USA mindestens bis zum 29. April. Der europäische Flugzeugbauer baut jetzt erst mal keine A220-Regionaljets mehr. Er dürfte wegen der Coronavirus-Krise derzeit wenn überhaupt höchstens 40 Exemplare seines A320-Kassenschlagers bauen, schätzen Analysten. Vor Ausbruch der Epidemie betrug die A320-Produktionsrate 60 Stück pro Monat. Branchenkenner erwarten, dass Airbus spätestens bei ihrer Hauptversammlung am 16. April Details zur künftigen Entwicklung der Produktionsraten nennen wird.