Puma erhält Kredit von KfW

900 Mill. Euro von Bankenkonsortium - Leichter Umsatzrückgang im ersten Quartal

Puma erhält Kredit von KfW

jh München – Der Sportartikelkonzern Puma wappnet sich für den Fall, dass die Coronakrise länger dauert. Einige Wochen nach dem Antrag hat das Unternehmen nun einen Kredit der KfW sowie von elf anderen Banken erhalten. Zu der revolvierenden Kreditlinie im Volumen von 900 Mill. Euro mit einer Laufzeit von maximal zwei Jahren trägt die KfW 625 Mill. Euro bei, die anderen Institute den Rest. Schon im vergangenen Monat hatte sich der Konkurrent Adidas eine neue Kreditlinie von 3 Mrd. Euro gesichert, an der die KfW mit 2,4 Mrd. Euro beteiligt ist.”Es ist eine Versicherung für den Fall, dass sich die Krise ausweitet”, erklärte der Vorstandsvorsitzende von Puma, Bjørn Gulden, in einer Telefonkonferenz. “Ich glaube aber nicht, dass wir alles brauchen werden.” Gulden betonte, es handle sich um einen Kredit zu marktüblichen Konditionen. “Er ist viel, viel teurer als die Kredite, die wir vorher hatten”, sagte er anschließend in der virtuellen Hauptversammlung. Finanzvorstand Michael Lämmermann bezifferte die nicht genutzten Kreditlinien auf 397 Mill. Euro Ende März.Gulden berichtete von einem starken Start ins Jahr in den ersten drei Wochen, ehe wegen der Corona-Epidemie in China die Geschäfte schließen mussten. Im März folgten Europa und Amerika. Puma konzentriere sich darauf, kurzfristig die Krise zu bewältigen ohne die mittelfristigen Wachstumsaussichten zu zerstören, sagte Gulden. Deshalb werde weiter in die Zukunft investiert, die Entwicklung neuer Produkte für 2021 werde nicht gestoppt.Mit einem währungsbereinigten Rückgang um 1,3 % hielt sich das Umsatzminus im ersten Quartal in Grenzen. Der Erlös von Adidas war dagegen um fast ein Fünftel gefallen. Wie der größere Wettbewerber musste Puma jedoch einen kräftigen Rückgang des Ergebnisses hinnehmen (siehe Tabelle). Ein Grund war der operative Aufwand mit Vertriebs- und Marketingkosten, der um 8 % stieg, da er auf das erwartete Umsatzwachstum ausgerichtet war. Zum anderen ging der Umsatz im margenstärksten Markt, in China, zurück.Auch kurzfristig sind die Aussichten trübe: “Das zweite Quartal wird viel schlechter werden als das erste”, sagte Gulden. Derzeit seien noch mehr als 50 % der weltweiten Verkaufsfläche geschlossen. Es sehe mittlerweile aber etwas besser aus als vor zehn Tagen. “Ich sehe etwas Licht am Tunnel”, fügte Gulden hinzu. Mittlerweile seien Geschäfte in Australien, Deutschland, Österreich und den Niederlanden wieder geöffnet. In China erhole sich das Geschäft. Es kämen zwar viel weniger Kunden als vor den Schließungen, aber sie kauften mehr. Die Umsätze sind in China nach Guldens Worten noch 15 bis 20 % niedriger als zuvor. In Amerika sei der Vertrieb noch immer fast vollständig geschlossen. Erholung erwartetDie Geschäftsprognose für 2020 hatte Puma Anfang April zurückgezogen. Das Management erwartet nun, dass sich alle Märkte bis Ende dieses Jahres erholen werden. Nach dem schwierigen Jahr 2020 hoffe er, dass Puma 2021 im Vergleich mit 2019 wieder wachsen werde, fügte Gulden hinzu. Der vorsichtige Optimismus verhalf dem Aktienkurs am Donnerstag zu einem Sprung um 9,5 % auf 59,56 Euro.