Rational sorgt sich um ihre Abnehmer

Großküchenausstatter befürchtet Pleitewelle - Prognose kassiert

Rational sorgt sich um ihre Abnehmer

sck München – Die Coronavirus-Pandemie setzt dem erfolgsverwöhnten Großküchenausstatter Rational immer stärker zu. Das Unternehmen aus Landsberg am Lech (Bayern) kassierte seine zuletzt verhaltene Prognose und wagte wegen der allgemeinen Furcht vor einer Rezession keinen neuen Ausblick. In einer Web-Bilanzpressekonferenz räumte Vorstandschef Peter Stadelmann ein, aufgrund der vom Staat erzwungenen langen Geschäftsschließungen von Restaurants und Cafés eine Pleitewelle unter den Abnehmern zu erwarten.Staatshilfen könnten aber die Pleitewelle abmildern. Ohne rasche Stützungsmaßnahmen mit öffentlichen Geldern für die Gastronomie müssten viele Kunden seinen Angaben nach Insolvenz anmelden. Stadelmann hofft, dass sich die Lage aber nach rund sechs Monaten erholt. Vor diesem Hintergrund kündigte er an, die für 2019 vorgesehene Dividende zu kürzen oder zu streichen. Darüber werde die Verwaltung entscheiden. Rational sieht bislang 10,70 (i.V. 9,50) Euro je Aktie vor. Die Ausschüttungssumme von 122 Mill. Euro entspräche 71 % des Konzernüberschusses.Unter dem Eindruck der sich ausbreitenden Seuche strich Stadelmann seine erst vor zwei Wochen veröffentlichte vorsichtige Prognose. Demnach stellte sich die Konzernführung aufgrund des Virus zunächst auf einen geringes Umsatzwachstum und einen Rückgang der operativen Marge ein (vgl. BZ vom 11. März).Trotz der eingetrübten geschäftlichen Situation gewann die Rational-Aktie zum Xetra-Handelsschluss 3,2 % auf 479,60 Euro an Wert. Das MDax-Mitglied profitierte von einer verbesserten Stimmung der Anleger nach den beschlossenen großen Konjunkturstützungspaketen in Westeuropa und in den USA.