Rekord bei Ausbau von Windkraftanlagen an Land

Verbände betonen Bedeutung der Windenergie für Erreichung des Klimaschutzziels 2030

Rekord bei Ausbau von Windkraftanlagen an Land

ste Hamburg – Die Windbranche blickt auf das ausbaustärkste Jahr an Land seit Beginn der Windenergieentwicklung in Deutschland zurück. Wie der Bundesverband Windenergie (BWE) und die Sparte Power Systems im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilen, wurde 2017 durch 1 792 neu errichtete Anlagen mit einer Leistung von 5 334 Megawatt (MW) wie erwartet der bisherige Rekordzubau im Jahr 2014 übertroffen. Verglichen mit dem Vorjahr belief sich der Zuwachs auf 15 %. Zum Jahresende zählten die Verbände 28 674 Windenergieanlagen an Land mit einer Gesamtleistung von 50 777 MW. Geringerer Zubau 2018Für 2018 wird ein geringerer Ausbau von rund 3 500 MW prognostiziert, vorwiegend aus dem Übergangssystem. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2017 wurde Windenergieanlagen, die bis Ende 2016 eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz erhielten und dem Anlagenregister der Bundesnetzagentur rechtzeitig gemeldet wurden, eine Übergangsfrist gewährt. Anlagen, die bis Ende 2018 in Betrieb genommen werden, erhalten eine Vergütung nach der alten Systematik und müssen nicht am 2017 eingeführten Ausschreibungsverfahren teilnehmen.Neu genehmigte Windanlagen erhalten nicht mehr wie früher garantierte Abnahmepreise. Windparkbetreiber erhalten stattdessen den Zuschlag für eine begrenzte Ausbaumenge, wenn sie in Ausschreibungen den niedrigsten Preis bieten. Aktuellen Erhebungen zufolge haben rund 3 000 Anlagen mit 9,1 Gigawatt (GW) noch die Möglichkeit, die Übergangsregelung zu nutzen. Für 475 MW wurde ein freiwilliger Verzicht erklärt, womit insgesamt 8,6 GW in den Jahren 2017 und 2018 nach den Übergangsregeln in Betrieb gehen können. Rund 3,3 GW davon entfallen auf dieses Jahr.Da bei den Ausschreibungen 2017 überwiegend nicht genehmigte Projekte mit verlängerten Realisierungszeiten zum Zuge kamen, sei die Prognose für 2018 unsicher. Die Verbände sprechen sich für eine Korrektur des EEG aus. Die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz müsse für alle Gebote gefordert werden. “Um den kontinuierlichen Ausbau zu sichern und Klimaschutz zu ermöglichen, müssen zusätzliche Mengen ausgeschrieben werden und nicht realisierte Zuschlagsmengen in die Ausschreibungen zurück”, meinte VDMA-Power-Systems-Geschäftsführer Matthias Zelinger.Im vergangenen Jahr wurden den Verbandsangaben zufolge von den in drei Runden ausgeschriebenen 2 820 MW Wind an Land 2 730 MW an Projekte vergeben, die noch nicht über eine Genehmigung nach dem Immissionsschutzgesetz verfügen. Die Ausschreibungen waren im Mittel 2,7-fach überzeichnet. Die 2 730 MW müssen innerhalb der kommenden viereinhalb Jahre umgesetzt werden. Um einen Einbruch des Zubaus im Jahr 2019 zu glätten, unterstützt die Branche die Forderung der Bundesländer, in der dritten und vierten Ausschreibung 2018 zusätzliche Volumen auszuschreiben. Forderung an PolitikBWE-Präsident Hermann Albers sagte, man begrüße die Ankündigung eines Sondervolumens Wind in den Sondierungsgesprächen über die Bildung einer neuen großen Koalition. Die Verbände forderten die Politik auf, zusätzliche Mengen auszuschreiben, um den in den Sondierungsgesprächen vorgeschlagenen Anteil von 65 % erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Anfang des kommenden Jahrzehnts sei mit einem erheblichen Rückbau alter Anlagen zu rechnen.