Renault verfolgt in China eine neue Strategie

Rückzug aus dem Joint Venture mit Dongfeng

Renault verfolgt in China eine neue Strategie

wü Paris – Während sich Renault aus einem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen mit Dongfeng zurückzieht, will die Opel-Mutter PSA verstärkt Gas geben, um die geplante Fusion mit Fiat Chrysler (FCA) so schnell wie möglich zu finalisieren.Renault kündigte am Dienstag an, ihre Beteiligung an Dongfeng Renault Automotive Company an den chinesischen Partner Dongfeng übertragen zu wollen. Das 2013 gegründete Joint Venture, das vergangenes Jahr nur 18 600 Autos verkaufte und einen Verlust von umgerechnet knapp 200 Mill. Euro verbuchte, werde keine Fahrzeuge der Marke Renault mehr herstellen, erklärte der Automobilkonzern.Renault will sich in China künftig auf leichte Nutzfahrzeuge und Elektrofahrzeuge konzentrieren. Dabei stützt sich der Konzern auf ein 2017 zusammen mit Brilliance gegründetes Gemeinschaftsunternehmen für Nutzfahrzeuge sowie auf zwei auf Elektrofahrzeuge spezialisierte Joint Ventures. An EGT New Energy Automotive halten Renault und Allianzpartner Nissan seit 2017 je 25 %, Dongfeng den Rest. An der erst voriges Jahr gegründeten Jiangxi Jiangling Group Electric Vehicle sind Renault und eine auf Elektroautos spezialisierte Tochter von Jiangling Motor Corp. je zur Hälfte beteiligt.Konkurrent PSA hat gerade einen neuen Chef für China ernannt, wo die Verkäufe seit Jahren sinken.Derzeit arbeiten die Arbeitsgruppen von PSA und FCA – trotz der Coronavirus-Krise – verstärkt daran, die geplante Fusion der beiden Autobauer so schnell wie möglich zu finalisieren. Das geht aus Aussagen von PSA-Chef Carlos Tavares hervor, die den Nachrichtenagenturen Reuters und AFP übermittelt wurden. Der Ende Oktober 2019 angekündigte Zusammenschluss soll spätestens Anfang nächsten Jahres vollzogen werden. Seit Ausbruch der Coronavirus-Krise sind Zweifel laut geworden, ob die Fusion wie geplant über die Bühne gehen kann.PSA hat ihre Hauptversammlung auf den 25. Juni verschoben. Die Opel-Mutter will sich später zu der im Rahmen der Fusion geplanten Ausschüttung äußern.Die Peugeot-Aktie gab gestern in Paris 5,9 % auf 12,63 Euro ab, das Renault-Papier 2,8 % auf 18,03 Euro.