Rhön-Großaktionäre wetzen die Messer

Anträge auf außerordentliche Hauptversammlung

Rhön-Großaktionäre wetzen die Messer

swa Frankfurt – Asklepios und B.Braun gehen als Großaktionäre des Rhön-Klinikums in die offene Konfrontation. Nachdem B.Braun offenbar als Protest gegen die Übernahmeofferte von Asklepios für Rhön eine außerordentliche Hauptversammlung fordert, um Aufsichtsräte abzuberufen und eine Sonderausschüttung zu erwirken, kontert der Widersacher Asklepios nun ebenfalls mit dem Verlangen, ein außerordentliches Aktionärstreffen einzuberufen. B.Braun, die gut 25 % an Rhön hält, will auf der Veranstaltung zudem durchsetzen, dass Hauptversammlungsbeschlüsse künftig mit mindestens 75 % des vertretenen Kapitals beschlossen werden müssen. Damit könnte der Medizintechnikkonzern aus Melsungen seine Sperrminorität wirksamer einsetzen.Asklepios lehnt die Vorschläge von B.Braun ab und will auf der außerordentlichen Hauptversammlung die Braun-Finanzchefin Annette Beller und die WDR-Verwaltungsdirektorin Katrin Vernau aus dem Aufsichtsrat abberufen. Dies sind die einzigen Vertreterinnen auf der Kapitalseite, die B.Braun in dem Gremium belassen will. B.Braun will auf die Tagesordnung setzen, dass alle anderen amtierenden Mitglieder abberufen werden einschließlich Aufsichtsratschef Eugen Münch, der sich mit Asklepios für den Zusammenschluss der beiden Krankenhausbetreiber verbündet hat. Asklepios will die Unternehmensberaterin und Asklepios-Aufsichtsrätin Julia Dannath-Schuh nominieren sowie den Juristen Jan Liersch, Geschäftsführer der Holding von Asklepios-Eigentümer Bernard große Broermann. Streit über DividendenhöheRhön will die beiden Einberufungsverlangen nach eigenen Angaben “sorgfältig” prüfen. Falls ein außerordentliches Aktionärstreffen stattfindet, verlängert sich die Annahmefrist für das Übernahmeangebot auf zehn Wochen. Asklepios bietet 18 Euro je Rhön-Aktie, was B.Braun offensichtlich zu wenig ist. Das Familienunternehmen aus Melsungen will einen Dividendenabschlag von 2 Euro, in Summe 134 Mill. Euro, durchsetzen. Rhön selbst hatte die Kürzung der Dividende von 0,29 auf 0,25 Euro je Titel vorgeschlagen. Asklepios bezeichnet die Forderung von B.Braun als “unverantwortlich”. Sie stehe im “krassen Widerspruch” zur wirtschaftlichen Lage von Rhön und gefährde die Stabilität des Unternehmens.