Rhön-Gründer verbündet sich mit Asklepios

Übernahmeangebot zu 18 Euro - Weitere Konsolidierung des deutschen Krankenhausmarkts

Rhön-Gründer verbündet sich mit Asklepios

hek Frankfurt – Der Krankenhauskonzern Asklepios sichert sich die Kontrolle über den Konkurrenten Rhön-Klinikum. Dafür bündeln der Gründer und Aufsichtsratsvorsitzende Eugen Münch und Asklepios ihre Anteile in einem Joint Venture, das rund 49 % an Rhön hält. Darüber hinaus kündigt Asklepios ein freiwilliges Übernahmeangebot über 18 Euro je Aktie an. Die Offerte sieht keine Mindestannahmeschwelle vor. Sie bewertet Rhön mit 1,2 Mrd. Euro. Der Vollzug der Transaktion wird im zweiten Quartal erwartet. Rhön solle ein eigenständiges Unternehmen und börsennotiert bleiben, gab Asklepios bekannt.Mit dem Deal soll laut Münch die Pattsituation im Eigentümerkreis aufgelöst werden. Bisher hatten sich die drei Großaktionäre Asklepios (28,7 %), der Gesundheitskonzern B. Braun Melsungen (25,2 %) und Münch gegenseitig neutralisiert. Das sei zunehmend zu einer Bremse für das Unternehmen geworden, sagte der langjährige Vorstandschef. Das Bündnis mit Asklepios schaffe neue Möglichkeiten, Ertragskraft und Leistungsfähigkeit in schwierigem Marktumfeld zu stabilisieren.Die Eheleute Münch trennen sich im Zuge des Deals vom größeren Teil ihrer Rhön-Aktien. Sie verkaufen ein Paket von 12,4 % zu 18 Euro an Asklepios und bringen die restlichen 7,6 % in das Joint Venture ein. Asklepios kontrolliert dann 84 % an der gemeinsamen Gesellschaft, Münch hält 16 %. Mit dem Übernahmeangebot will Asklepios auf die Mehrheit an Rhön kommen. Die Offerte impliziert einen vergleichsweise geringen Aufschlag gegenüber dem durchschnittlichen Dreimonatskurs von 5 %. Im Vergleich zum Schlusskurs von Donnerstag ergibt sich eine Prämie von 22 %. Mit B. Braun habe man vorher keinen Kontakt aufgenommen, sei aber zuversichtlich, den Großaktionär für die Lösung gewinnen zu können, hieß es. Kartellrechtlich würden keine Schwierigkeiten erwartet, sagte Kai Hankeln, Vorsitzender der Asklepios-Konzerngeschäftsführung. Das Unternehmen baue die Position als zweitgrößter privater Klinikkonzern hinter Fresenius Helios in Deutschland aus. Weitere Vorteile verspricht sich Hankeln von der Zusammenarbeit mit der zu Rhön gehörenden Uniklinik Gießen und Marburg. Zudem habe Rhön mit dem Campus-Konzept ein Modellprojekt für integrierte und digital vernetzte Gesundheitsangebote etabliert, das weiterentwickelt werden soll. Über die Umsetzung dieses Konzepts gibt es laut Münch jedoch Unstimmigkeiten im Rhön-Klinikum. Daher sei eine Eigentümerentscheidung notwendig geworden, die er nun herbeigeführt habe.Rhön hat jüngst einen Gewinnrückgang im laufenden Jahr angekündigt. Der Konzern rechnet mit Belastungen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, nachdem der Gesetzgeber unter anderem Untergrenzen für die Anzahl der Pflegekräfte in den Kliniken vorgibt. Das operative Ergebnis (Ebitda) siedelt das Management zwischen 72,5 Mill. und 82,5 Mill. Euro an. 2019 wurde ein Ebitda auf Vorjahresniveau von gut 125 Mill. Euro erreicht.