Rocket-Beteiligungen drücken Verluste

Start-ups steigern Umsätze deutlich - Noch reichlich liquide Mittel

Rocket-Beteiligungen drücken Verluste

ge Berlin – Die Start-up-Schmiede Rocket Internet kann auch im ersten Quartal teils deutliche Umsatzsteigerungen, auf alle Fälle aber merklich geringere Verluste bei wichtigen Beteiligungen vermelden. Insgesamt hätten die acht größten Firmen ihre aggregierten Erlöse um gut ein Viertel auf 617 Mill. Euro ausgeweitet. Dabei fiel ein Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 98 Mill. Euro an, nach minus 118 Mill. vor Jahresfrist. Die bereinigte Ebitda-Marge verbesserte sich damit von – 22,6 % auf – 14,7 %. Ziel der Berliner ist, im vierten Quartal 2017 bei zumindest drei ihrer großen Beteiligungen schwarze Zahlen zeigen zu können. Als heiße Favoriten für dieses Trio gelten die Online-Möbelhändler Home 24 und Westwing. Beide haben zu Jahresbeginn ihre Umsätze nur bescheiden um 5 bzw 6 % ausgebaut, konnten ihre Verluste aber fast halbieren.Keine Angaben zum Ergebnis gibt es weiterhin bei Delivery Hero. An dem Essenlieferdienst, der dem Vernehmen nach noch vor der Sommerpause an die Börse strebt, hält Rocket 33,1 % der Anteile. Den auf 121 Mill. Euro fast verdoppelten Umsatz hatten die “Helden” schon vor einigen Tagen selbst vermeldet.Hellofresh, deren Anteile mehrheitlich bei Rocket liegen, will im Herbst einen (zweiten) IPO-Anlauf wagen, heißt es in Finanzkreisen. Der Kochboxlieferant habe seinen Umsatz in den Monaten Januar bis März um 45 % auf 205 Mill. Euro hochgedreht, teilt Rocket mit. Zwar stieg der Ebitda-Verlust von 27 auf 30 Mill. Euro. Die Marge verbesserte sich jedoch von – 19,3 auf – 14,4 %.Ebenfalls bereits bekannt sind die Quartalszahlen der Global Fashion Group (GFG) mit ihren diversen Online-Modehändlern in verschiedenen Kontinenten (vgl. BZ vom 26. Mai). Schwächstes Unternehmen im Kreis der “Proven Winners”, wie die wichtigsten Beteiligungsfirmen noch vor einiger Zeit genannt wurden, ist Jumia. Der afrikanische Amazon-Klon verlor binnen Jahresfrist ein Sechstel seines Umsatzes, bei operativen Verlusten, die inzwischen größer sind als die Erlöse.Die Holding Rocket Internet muss wegen der anteiligen Verluste sowie Abwertungen ein Minus von 86 Mill. Euro zeigen, nach – 342 Mill. im ersten Quartal 2016. Die Zahlungsmittel schrumpften in der gleichen Zeit von 1,7 auf 1,3 Mrd. Euro. Mit liquiden Mitteln von insgesamt 1,5 Mrd. Euro schreibt sich der Inkubator eine gute Kapitalausstattung zu.