Rocket-Beteiligungen hinken Profitabilitätszielen hinterher
Rocket-Beteiligungen hinken Profitabilitätszielen hinterher
scd Frankfurt – Trotz zuletzt einiger erfolgreicher Börsengänge wie Hello Fresh und Delivery Hero serviert die Start-up-Küche Rocket Internet weiter kein Menü, das den Investoren mundet. Die von einigen Analysten geforderten Ausschüttungen verwehrt der Konzern, nachdem ein 100 Mill. Euro umfassendes Aktienrückkaufprogramm weitgehend wirkungslos abgeschlossen wurde. Derweil entwickeln sich die übrigen großen Beteiligungen weniger positiv als erhofft.Zwar steigerten die Modehandelstochter Global Fashion Group, die Online-Warenhausgesellschaft Jumia sowie die Online-Möbelhäuser Westwing und Home24 ihre Erlöse in den ersten neun Monaten des Jahres jeweils prozentual zweistellig. Von der Gewinnzone sind die Unternehmen aber allesamt noch weit entfernt. Finanzvorstand Peter Kimpel hatte den operativen Break-even bis Jahresende ursprünglich für drei Start-ups im Visier. Tatsächlich würden allerdings noch einige Quartale länger rote Zahlen geschrieben, bekannte er. Bei GFG sank der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in den Monaten Januar bis September von 103 Mill. auf 77 Mill. Euro, bei Home24 und Westwing halbierte sich das Minus jeweils auf 18 Mill. bzw. 8 Mill. Euro. Bei Jumia wuchs neben dem Umsatz derweil auch der Verlust: Der Fehlbetrag stieg von 76 Mill. auf 81 Mill. Euro. Der Edeleinrichtungs-Shop Westwing nähere sich derweil der Gewinnschwelle, stellte Kimpel am Donnerstag heraus.Den Anlegern war diese Aussicht indes einmal mehr zu wenig: Die Aktie von Rocket Internet büßte am Donnerstag zeitweise bis zu 6 % ein und ging bei 19,84 Euro um 4 % unter Vortagesschluss aus dem Handel.Rocket-Mitgründer und Firmenchef Oliver Samwer hält dennoch nichts davon, Geld für die Kurspflege in die Hand zu nehmen. Neben einem neuerlichen Aktienrückkauf erteilte er auch der Idee von Dividendenzahlungen eine Absage. Es sei nicht sinnvoll, Mittel etwa in ein neues Rückkaufprogramm fließen zu lassen, die dann für mögliche Firmenkäufe nicht zur Verfügung stünden, sagte Samwer.