Rocket versilbert Delivery-Hero-Anteil

Start-up-Schmiede verringert im Halbjahr Verluste bei ihren Beteiligungen

Rocket versilbert Delivery-Hero-Anteil

ge Berlin – Die angeschlagene Start-up-Schmiede Rocket Internet konnte ihren Aktionären gestern gleich zweimal zeigen, dass ihr Geschäftsmodell doch funktioniert. Die Halbjahreszahlen dokumentieren ein in Teilen weiter flottes Wachstum bei geringeren Verlusten bei ihren wichtigsten Beteiligungen. Zudem hat der südafrikanische Internet-Investor Naspers Rocket die Hälfte ihrer Aktien an Delivery Hero abgenommen. Naspers hatte erst im Frühjahr kurz vor dem Börsengang des Essenslieferdiensts für 387 Mill. Euro 10 % an Delivery Hero erworben. Für die jetzt von Rocket erworbenen zusätzlichen gut 13 % zahlen die Südafrikaner 660 Mill. Euro und werden mit 23,6 % zum größten Anteilseigner des SDax-Titels. Mit 29,50 Euro je Aktie kassiert Rocket Internet von Naspers mehr als beim Börsengang im Juni, als die Delivery-Hero-Aktien zu 25,50 Euro ausgegeben worden waren. Am Mittwoch schloss die Aktie des Essenlieferanten, der hierzulande mit den Marken Pizza.de, Lieferheld und Foodora präsent ist, bei 33,80 Euro – auch für Naspers war der Kauf also ein guter Deal. Bevor die Anteilsübertragung wirksam wird, müssen noch die Kartellbehörden zustimmen. Die Unternehmen rechnen folglich mit einem Abschluss der Transaktion erst im ersten Quartal 2018.Zugleich berichtet Rocket Internet ein Umsatzwachstum ihrer wichtigsten Beteiligungen im ersten Halbjahr von 29 % auf 1,24 Mrd. Euro. Der bereinigte operative Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um 43 Mill. auf 161 Mill. Euro zurück. Die Ebitda-Marge verbesserte sich damit von minus 19,6 % in den ersten sechs Monaten 2016 auf jetzt – 12,0 %. Drei der Start-ups sollen bis zum Jahresende schwarze Zahlen schreiben, bekräftigte das Management frühere Angaben.Nicht äußern wollte sich Rocket-Chef Oliver Samwer dagegen bei der Erläuterung der Halbjahreszahlen zu den Börsenplänen für Hellofresh. Seit Monaten halten sich Gerüchte, der Kochboxlieferant, an dem Rocket mehrheitlich beteiligt ist, könnte noch im Herbst an die Börse gehen. Immerhin zeigte Hellofresh in den ersten sechs Monaten mit einem Plus von 49 % das schnellste Wachstum aller Rocket-Beteiligungen – wohingegen die Online-Möbelversender Westwing und Home 24 nur noch um magere 4 bzw. 7 % zulegten. Trotz der raschen Expansion dämmte auch das Hellofresh-Management die Verluste ein. Die Ebitda-Marge stieg auf minus 11 %, nach – 16 % vor Jahresfrist.Darüber hinaus weist Rocket Internet für Ende August eine Nettoliquidität von rund 1,6 Mrd. Euro aus – zu denen Anfang 2018 noch die vereinbarten 660 Mill. Euro aus dem Teilausstieg bei Delivery Hero hinkommen. Der Inkubator selbst, der an den meisten Beteiligungen nur Minderheitsanteile hält, zeigt unter dem Strich ein Minus von 27 Mill. Euro, nach – 617 Mill. im Vorjahr, als die Milliardenabschreibung auf die Modeholding GFG belastete.