Rom greift Alitalia und Taranto massiv unter die Arme
Rom greift Alitalia und Taranto massiv unter die Arme
bl Mailand – Italiens Regierung nutzt die Coronavirus-Pandemie, um zwei seit vielen Jahren hochdefizitären Unternehmen mit Hilfen in Milliardenhöhe unter die Arme zu greifen. Trotz Kritik der EU-Wettbewerbsbehörde will Rom in den nächsten Tagen eine “neue Alitalia” gründen, die mit einem Kapital von 3 Mrd. Euro ausgestattet sein soll. Damit soll ein Großteil der 11 000 Arbeitsplätze bei der Fluggesellschaft, die zuletzt 2002 schwarze Zahlen geschrieben hat, gerettet werden. Die “neue” Alitalia soll eine Flotte von mindestens 100 Flugzeugen haben. Die im Laufe der Jahre aufgelaufenen Verluste sollen bei der “bad company” abgeladen werden. Alitalia wurde seit 2008 dreimal mit staatlichen Interventionen vor dem Konkurs bewahrt und steht seit 2017 unter staatlicher Zwangsverwaltung. Mehrere Kredite von insgesamt 1,3 Mrd. Euro sind inzwischen verbraucht. Das Unternehmen hat keine liquiden Mittel mehr. Neben der Kapitaleinlage soll Alitalia noch einen Zuschuss von 350 Mill. Euro wegen der Coronavirus-Pandemie erhalten.Rom will außerdem das zu ArcelorMittal gehörende Stahlwerk von Taranto (frühere Ilva) zusammen mit zwei weiteren Werken teilverstaatlichen. Die Regierung teilte mit, an einer entsprechenden Vereinbarung vom März festzuhalten. Im Zusammenhang mit der Pandemie plant Rom auch den Einstieg bei zahlreichen weiteren “strategischen” Unternehmen und will sie außerdem durch sogenannte Golden-Power-Aktien gegen ausländische Übernahmen, auch aus der EU, schützen.