Samsung trotzt dem Abschwung
Samsung trotzt dem Abschwung
mf Tokio – Samsung Electronics hat zum Jahresauftakt ein unerwartet positives Geschäftsergebnis erzielt. Laut dem Ausblick ist der operative Gewinn im Vierteljahr zwischen Januar und März zum Vorjahr um 2,7 % auf 6,4 Bill. Won (4,9 Mrd. Euro) gewachsen. Die Einnahmen stiegen um 5 % auf 55 Bill. Won (41,7 Mrd. Euro) so stark wie seit sechs Quartalen nicht mehr. Dabei profitierte der Konzern möglicherweise von gestiegenen Preisen für Speicherchips, die laut den Experten von Dramexchange seit Januar um mehr als 3,5 % zugelegt haben. Erwartungen übertroffenDie Geschäftszahlen lagen über dem Konsens und ließen den Aktienkurs von Samsung an der Börse in Seoul zunächst deutlich steigen. Allerdings hat sich der koreanische Won im vergangenen Quartal um 6,1 % abgeschwächt, was die Ausweisung der Ergebnisse in der Landeswährung verbessert. Dann würde es sich um das schwächste Auftaktquartal seit fünf Jahren handeln. Im Vergleich zum Vorquartal sank der operative Ertrag zudem um 10,6 %. Der Umsatz ging um 8,2 % zurück. Am Ende verzeichnete die Aktie nur noch ein Plus von 1,9 %.Die detaillierten Zahlen zu den einzelnen Sparten legt Samsung Ende April vor. Aber laut Analysten spiegelt sich in dem Ergebnis eine stärkere Nachfrage nach Speicherchips von Datenzentrumbetreibern wider. Dabei könnte auch das vermehrte Arbeiten im Home-Office eine Rolle gespielt haben. Die Analysten von Trendforce in Taiwan meinten dagegen, dass Samsung frühere Bestellungen für Serverchips ausgeliefert habe, nachdem das Unternehmen die Produktion teilweise von China nach Taiwan verlagert hatte. Der Technologieriese hatte bereits im März selbst Optimismus geschürt, als CEO Kim Kinam für dieses Jahr einen höheren Chipabsatz durch künstliche Intelligenz und 5G-Netzwerke vorhersagte.Auf der Produktionsseite war Samsung im ersten Quartal aufgrund der vertikalen Fertigung und des Verzichts auf eine Halbleiterherstellung in China weniger von dem Covid-19-Ausbruch betroffen als der Rivale Apple. Die Werke in Südkorea, Indien und Brasilien stoppten infolge von Infektionen nur zeitweise. Aber Sorgen bereitet das Smartphone-Geschäft, das zuletzt rund 40 % des Gewinns beisteuerte. Das neue Flaggschiffgerät Galaxy S20 kam im März auf den Markt, als in vielen Ländern wegen der Covid-19-Pandemie Verkaufsstellen geschlossen wurden.Viele Konsumenten dürften jetzt wohl kaum ein neues Gerät kaufen, was Samsung doppelt trifft, weil der Konzern Chips und Displays auch an viele andere Hersteller liefert. Die Coronakrise könnte auch den Absatz von Fernsehern drücken.