Sanofi hebt Ergebnisprognose an

Verkauf des Regeneron-Anteils treibt Ergebnis - Einsparungen in der Forschung greifen

Sanofi hebt Ergebnisprognose an

wü Paris – Sanofi blickt nach erfolgreichen Einsparungen und guten Verkäufen des auch für Asthma und chronische Rhinosinusitis zugelassenen Hautmedikaments Dupixent etwas optimistischer in die Zukunft. Der französische Pharmariese hat seine Prognose für das Jahr angehoben. Er will nun das bereinigte Ergebnis je Aktie bei konstanten Wechselkursen um 6 % bis 7 % verbessern, nachdem es im ersten Halbjahr bereits um 9,2 % zugelegt hat.Bisher hatte Sanofi-Chef Paul Hudson eine Steigerung von 5 % in Aussicht gestellt. Allerdings soll die nun geplante Steigerung in Bezug auf das bereinigte Ergebnis von 5,64 Euro je Aktie im vergangenen Jahr erfolgen, das der Pharmakonzern wegen des Verkaufs einer Beteiligung von 20,6 % an dem amerikanischen Biotechunternehmen Regeneron im Frühjahr um diese Devestition bereinigt neu kalkuliert hat. Umsatz schrumpftDas operative Geschäft lief im zweiten Quartal indes gar nicht so gut. So verringerten sich die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,9 % auf 8,21 Mrd. Euro. Ein Grund dafür waren die im Rahmen der Covid-19-Pandemie verhängten Reisebeschränkungen, die zu einem deutlichen Rückgang der Verkäufe von Reiseimpfstoffen führten. Zudem hatten viele Kunden nach Ausbruch der Pandemie noch im ersten Quartal ihre Lagerbestände aufgestockt. Mit 17,18 Mrd. Euro verfehlte Sanofi im ersten Halbjahr die Erwartungen der Analysten, die laut Factset im Schnitt mit 17,31 Mrd. Euro gerechnet hatten.Einmal mehr entwickelte sich vor allem die Biotechsparte, die Medikamente gegen seltene Erkrankungen, multiple Sklerose, Krebs, Autoimmunerkrankungen und die Bluterkrankheit anbietet, besonders erfolgreich. Ihre Verkäufe verbesserten sich um 18 % auf 2,71 Mrd. Euro, was vor allem dem neuen Wachstumstreiber Dupixent zu verdanken ist, der um 73 % auf 858 Mill. Euro zulegte. Dagegen mussten fast alle anderen Bereiche Umsatzrückgänge hinnehmen. So brachen die Verkäufe des Bereichs Consumer Healthcare um 10,8 % auf 1,02 Mrd. Euro ein und die der Impfstoffsparte um 9,2 % auf 927 Mill. Euro. Der bereits seit längerem rückläufige Umsatz der Diabetes-Sparte verringerte sich erneut, um 7,4 % auf 1,19 Mrd. Euro.Konzernchef Hudson hatte im Dezember angekündigt, Forschung und Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung von Diabetes sowie Herz- und Kreislauferkrankungen einstellen zu wollen, um so bis 2022 insgesamt 2 Mrd. Euro einzusparen. Im ersten Halbjahr ist es ihm gelungen, fast 1 Mrd. Euro zu sparen. Ende Juni hat Sanofi bekannt gegeben, 1 700 Stellen kürzen zu wollen, davon fast 1 000 in Frankreich.Der Pharmakonzern, der zusammen mit seinem britischen Partner GlaxoSmithKline aus Großbritannien 60 Millionen Dosen eines gemeinsam entwickelten Covid-19-Impfstoffs zur Verfügung stellen will, profitierte jedoch von dem Verkauf der Regeneron-Beteiligung. Deshalb verbuchte er ein Nettoergebnis von 7,6 Mrd. Euro, nachdem er im Vorjahreszeitraum wegen Restrukturierungskosten in Europa und den USA sowie Wertminderungen für das Blutermittel Eloctate einen Verlust von 87 Mill. Euro ausgewiesen hatte. Um außerordentliche Elemente bereinigt verdiente Sanofi bei konstanten Wechselkursen unter dem Strich mit 1,6 Mrd. Euro 5,6 % mehr. Das war mehr, als Analysten erwartet hatten.Die Sanofi-Aktie notierte am Mittwoch an der Börse von Paris um 0,5 % leicht fester auf 89,92 Euro.