SAP untersucht Geschäfte in der Golfregion

Ein Manager des Softwarekonzerns zurückgetreten

SAP untersucht Geschäfte in der Golfregion

Reuters/scd London/Frankfurt – SAP nimmt ihr Geschäftsgebaren in der Golfregion unter die Lupe. Derzeit laufe dort eine Untersuchung, sagte Europas größtes Softwarehaus am Mittwoch. Einer informierten Person zufolge ist der SAP-Geschäftsführer für die Vereinigten Arabischen Emirate zurückgetreten, sein für den Oman zuständiger Kollege sei suspendiert. Beide Fälle stünden im Zusammenhang mit Vorgängen im Iran. Der Konzern bestätigte lediglich, dass ein Manager sein Amt niedergelegt habe und ein weiterer freigestellt sei. SAP ließ offen, ob es eine Verbindung zum Iran gibt.SAP steht bereits wegen Korruptionsvorwürfen in Südafrika unter Beschuss. Dort laufen Ermittlungen des US-Justizministeriums sowie der Börsenaufsicht SEC. Zudem wurden gegen mehrere Mitarbeiter des Unternehmens Disziplinarverfahren eingeleitet. Daraufhin hatte SAP vergangenen Monat angekündigt, neue Standards bei Vertriebspraktiken einzuführen. Demnach dürfen inzwischen keine Provisionszahlungen bei öffentlichen Aufträgen in Ländern mit hohem Korruptionsrisiko getätigt werden. Zudem wurde die Kontrolle von Vertriebstätigkeiten verschärft.Ein Konzernsprecher wollte sich nicht äußern, ob die verschärften internen Kontrollen zu den Ermittlungen in der Golfregion geführt haben. SAP hatte Kunden und Vertriebspartner im April informiert, dass die US-Sanktionen gegen den Iran die Tätigkeiten und den Verkauf ihrer Software in dem Land einschränken und Verstöße scharfe Ahndungen nach sich ziehen können.