Sartorius erfreut mit Schlussspurt und Ausblick

Pharmazulieferer will in Kernsparte wieder zulegen - Aktie steigt - Neue Mittelfristziele erwartet

Sartorius erfreut mit Schlussspurt und Ausblick

ste Hamburg – Der Pharmazulieferer und Laborausrüster Sartorius hat mit einem Schlussspurt 2017 sowie einem positiven Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr bei Anlegern gepunktet. Das Göttinger TecDax-Unternehmen, das im Oktober mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung für Missstimmung gesorgt hatte, legte gestern mit seiner Vorzugsaktie um 7 % auf 96,25 Euro zu.In der 2017 von temporären Effekten belasteten Kernsparte Bioprocess Solutions (BPS) sieht sich Sartorius wieder im Aufwind. Für 2018 werden ein wechselkursbereinigtes Umsatzwachstum von 8 bis 11 % sowie eine um Sondereffekte bereinigte Umsatzrendite vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) in Aussicht gestellt, die einen halben Prozentpunkt höher ausfallen soll als im abgelaufenen Jahr. Vorläufigen Zahlen zufolge kommt der Konzern 2017 auf eine im Vorjahresvergleich unveränderte Marge von 28,0 %. Die Umsatzerlöse der BPS-Sparte legten wechselkursbereinigt um 4,9 % zu – nominal um 3,6 % auf 1,01 Mrd. Euro.Analysten würdigten das Umsatzplus der Sparte von 7,2 % im vierten Quartal sowie den Anstieg des Auftragseingangs um 13,8 %. Im vorigen Jahr hatte Sartorius in der Sparte mit Lieferengpässen im Geschäft mit Zellkulturmedien, dem Abbau von Lagerbeständen bei größeren Kunden sowie einer Produktionsunterbrechung im Werk in Puerto Rico nach dem Hurrikan “Maria” zu kämpfen. Im Gesamtjahr stieg der Auftragseingang der Sparte doppelt so stark wie der Umsatz und legte wechselkursbereinigt um 9,7 % zu.Die kleinere Laborsparte soll 2018 einen Umsatzzuwachs von 12 bis 15 % erreichen – nach einer Steigerung um 22 % (nominal um 21,2 % auf 394 Mill. Euro) im vergangenen Jahr. Die bereinigte Ebitda-Marge erwartet Sartorius einen Prozentpunkt höher als 2017. Für das Berichtsjahr werden 18,0 (i.V. 16,0) % ausgewiesen. Der deutliche Umsatzanstieg resultierte 2017 zu 14 Prozentpunkten aus Akquisitionen. Sartorius hatte im März das US-Zellanalytikunternehmen Essen erworben. Der Auftragseingang legte in der Laborsparte im Gesamtjahr mit 25,8 % ebenfalls stärker zu als der Umsatz. Investitionsquote bleibt hochDie Investitionsquote sieht Sartorius in diesem Jahr mit erwarteten 15 % auf dem Vorjahresniveau. Wegen des Ausbaus der Infrastruktur kletterten die Investitionen 2017 auf gut 209 (152) Mill. Euro. Die Quote gemessen am Umsatz erhöhte sich auf 14,9 (11,7) %.Positive Effekte erwartet der Konzern durch die US-Steuerreform. Aus der Neubewertung latenter Steuerverbindlichkeiten in den USA resultierten Einmaleffekte von 16 Mill. Euro. Die Steuerquote sinke im Berichtsjahr auf 19,8 (29) %. Von 2018 an wird mit einer um 2 Punkte auf 27 % verringerten Steuerquote gerechnet. Den Geschäftsbericht für 2017 will Sartorius am 21. Februar vorlegen. Dann sollen auch neue Mittelfristziele genannt werden.