Schaltbau stürzt tief in die Verlustzone
Schaltbau stürzt tief in die Verlustzone
mic München – Der geplante Verkauf der spanischen Tochter Albatros wird Schaltbau im laufenden Jahr tiefrote Zahlen bescheren. Der Verkehrstechnikkonzern erwartet eine Abschreibung von rund 28 Mill. Euro auf den hundertprozentigen Ableger. Eine neue Prognose will der Vorstand am 21. November präsentieren, wenn die Zahlen zum dritten Quartal – fünf Tage verspätet – vorgelegt werden. Erst im August hatte Schaltbau die Prognose drastisch gesenkt. Damals wurde ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von nur noch 2 Mill. Euro bis 5 Mill. Euro angepeilt. Kennzahlen verschlechtertDer Konzern begründete die Abschreibung damit, dass Albatros als Veräußerungsgruppe bilanziert werde und damit andere Bewertungsmaßstäbe anzusetzen seien. Im dritten Quartal soll mit 12 Mill. Euro erst ein kleinerer Teil der Berichtigungen verbucht werden. Im Einzelabschluss der Schaltbau Holding AG schlagen die Wertminderungen auf Jahresbasis sogar mit 35 Mill. Euro zu Buche. Trotz der Kapitalerhöhung im Mai verschlechtern sich damit die Finanzkennzahlen erheblich.Schaltbau war im Jahr 2014 bei Albatros eingestiegen. Der damalige Vorstandssprecher Jürgen Cammann wollte den Marktzugang in Südeuropa und Lateinamerika wesentlich verbessern. Die operativen Verluste von Albatros stufte er als notwendige Wachstumsaufwendungen ein, die für die langfristigen Ziele in Kauf zu nehmen seien.Im Jahr 2014 hatte Schaltbau nur 40 % an Albatros erworben. Der Kaufpreis soll 9,2 Mill. Euro betragen haben. Ende des Jahres 2015 stockte Cammann für 7,2 Mill. Euro auf 92 % auf, um im September vergangenen Jahres die übrigen Anteile für 1,2 Mill. Euro zu erwerben. Damals führte die Neubewertung der Anteile im Rahmen der späten erstmaligen Vollkonsolidierung zu einem positiven Einmaleffekt von 7 Mill. Euro. Albatros wurde anschließend im Konzern unter dem Namen Schaltbau Sepsa geführt.Das Schaltbau-Management erklärte, es erwarte auf Basis des hohen Auftragseingangs und -bestands eine positive Entwicklung im vierten Quartal und im nächsten Jahr. Die Laufzeit der Bankkredite ist teils begrenzt. Eine Überbrückungsfinanzierung von maximal 25 Mill. Euro ist zum 28. Februar 2018 befristet. Der Konsortialkreditvertrag in Höhe von maximal 100 Mill. Euro läuft bis Ende 2019. Darüber hinaus gibt es im Jahr 2015 platzierte Schuldscheindarlehen in Höhe von 70 Mill. Euro.