Schneider und Aveva werden sich einig
Schneider und Aveva werden sich einig
hei/Reuters Frankfurt – Die Industrie-Softwareanbieter Aveva und Schneider Electric haben sich im dritten Anlauf auf einen Zusammenschluss geeinigt. Damit entstehe ein globaler Software-Marktführer im Wert von mehr als 3 Mrd. Pfund, teilte der britische Anbieter Aveva mit. Schneider Electric aus Frankreich soll mit 60 % die Mehrheit an der neuen Gesellschaft halten.Die Vereinbarung sieht vor, dass die Franzosen ihr eigenes Softwaregeschäft in die britische Firma einbringen und im Gegenzug neue Aktien von Aveva erhalten. Geplant ist überdies, dass Schneider Electric an die Aveva-Aktionäre 550 Mill. Pfund in bar zahlt. Schneider trage mehr zum Geschäft bei und erhalte deshalb auch einen größeren Anteil an dem weiter in London gelisteten neuen Konzern. Bei Abschluss des Deals sollen weitere 100 Mill. Pfund fließen. Mit dem Zusammenschluss soll der Umsatz ausgebaut und Synergien gehoben werden. An der Börse schossen die Aktien von Aveva, einer Abspaltung der Universität Cambridge, nach der Ankündigung um 28 % nach oben. Schneider-Papiere lagen leicht im Plus.Aveva verspricht sich durch den Deal Zuwächse in Branchen wie der Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie in seinem Stammgeschäft mit Software für den Bau von Ölbohrplattformen und Schiffen. Zudem wollen sich die Briten Schneiders stärkere Positionierung in Nordamerika zunutze machen. Aveva-Chef James Kidd zeigte sich davon überzeugt, dass der Deal diesmal auch über die Zielgerade geht. Die nun getroffene Vereinbarung sei “deutlich stärker weiterentwickelt” als die vorherigen Versuche.Schneider habe versucht, Stolpersteine bereits im Vorfeld aus dem Weg zu räumen. Aveva hatte für das Scheitern der beiden vorangegangenen Anläufe unter anderem die komplexe Unternehmensstruktur und drohende Schwierigkeiten bei der Zusammenführung von Geschäft verantwortlich gemacht. Schneider Electric rechnet – sofern eine Reihe von Bedingungen erfüllt werden – etwa zum Jahresende mit dem Vollzug des Zusammenschlusses.Das Geschäft der Franzosen beschäftigt global 2 700 Mitarbeiter und setzte zuletzt 480 Mill. Euro im Jahr um. Das neue kombinierte Unternehmen werde es auf einen Jahresumsatz von 657 Mill. Pfund bringen. Das Management geht davon aus, auch künftig “Gelegenheiten” auf dem M & A-Parkett wahrnehmen zu können.Aveva, gegründet im Jahr 1967, zählt zu den Perlen der britischen Softwarebranche und kann auf eine ähnliche Erfolgsgeschichte zurückblicken wie der Chip-Designer ARM, der von der japanischen Softbank erworben wurde.