Siemens konzentriert Forschungsaktivitäten
Siemens konzentriert Forschungsaktivitäten
sck München – Siemens bündelt ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F & E) im Bereich innovativer Technologien. Der dafür zuständige Technologievorstand Roland Busch begründete diesen Schritt vor Journalisten damit, auf diesen Feldern künftig effektiver und effizienter arbeiten zu wollen. Dazu gehöre auch, sich auf bestimmte Kernthemen zu fokussieren. Von den bisher 50 verschiedenen Forschungsbereichen konzentriert sich der Münchner Dax-Mischkonzern künftig auf 14 Schwerpunktthemen. Zu den wichtigsten zählt Busch Automatisierung, Autonomous Robotics und Cyber Security.Für diese Felder, die Siemens ohnehin längst bearbeitet, stellt der Konzern für Research und Produktvorentwicklungen jährlich rund 500 Mill. Euro bereit. Das wären 10 % der für das laufende Geschäftsjahr 2016/17 (30. September) veranschlagten F & E-Aufwendungen von insgesamt 5 Mrd. Euro. Siemens gibt im laufenden Berichtsturnus somit 300 Mill. Euro mehr aus. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2015/16 budgetierte das Unternehmen dafür 4,7 Mrd. Euro, was 5,9 % des Umsatzes ausmachte. Der Löwenanteil davon, also rund 90 %, entfalle unter anderem auf Konfigurationen bestehender Produkte.Busch führte aus, dass er die Bündelung der F & E-Innovationsbereiche Anfang dieses Jahres hausintern vorgestellt habe. Seit Anfang Dezember vergangenen Jahres ist er im Vorstand für Technik zuständig. Der promovierte Physiker übernahm seinerzeit dieses Aufgabenfeld vom Konzern-Urgestein Siegfried Russwurm, der Siemens überraschend verlassen hatte. Vor seinem Ausscheiden soll es zwischen ihm und Vorstandschef Joe Kaeser geknirscht haben (vgl. BZ vom 24.9.2016). “Keine Revolution”Der neue Chief Technology Officer (CTO) war bemüht, den Umbau im Bereich F & E nicht als Einschnitt für die betroffenen Mitarbeiter zu werten. “Mit der Weiterentwicklung unserer Siemens-Forschung beschreiten wir eine logische Evolution und keine Revolution”, sagte Busch. Die Fokussierung habe “keine Auswirkungen auf die Standorte”. Es würden keine Forschungskapazitäten aus Deutschland abgezogen oder abgebaut. Es gehe mehr um Themen. Das bedeutet, Siemens vergibt die federführende Zuständigkeit für die innovativen Gebiete an jene Forschungseinheiten, die sie dafür am kompetentesten hält. Das führt automatisch zu einem hausinternen Wettbewerb, wenn Siemens alles daransetzt, noch gezielter in die Forschung zu investieren.Busch zufolge setzt Siemens den Schwerpunkt für den Bereich Power Electronics in Deutschland. In China wiederum sei das Themengebiet Autonomous Robotics angesetzt. In den USA konzentriere sich die Siemens-Forschung auf Automatisierung industrieller Anwendungen und Cyber Security.Weltweit beschäftigt Siemens 33 000 Personen im Bereich F & E. Das sind 9 % aller Konzernbeschäftigten. In Deutschland sind es im Forschungsbereich 13 000 Mitarbeiter.