Sixt hofft auf Erholung 2021

Einsparungen von bis zu 100 Mill. Euro im Visier - Kurssprung

Sixt hofft auf Erholung 2021

sck München – Sixt reagiert mit drastischen Gegenmaßnahmen auf die Coronavirus-Pandemie, die das Geschäft des Autovermieters deutlich beeinträchtigt. Zur Bilanzvorlage teilte das SDax-Unternehmen mit, mit den zuletzt angekündigten Einsparungen bei Sach- und Personalkosten die Aufwendungen um bis zu 100 Mill. Euro drücken zu wollen. Die Konzernführung will Kurzarbeit einführen, sagte Vorstandschef Erich Sixt in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Er plant, dies zunächst auf drei Monate zu begrenzen. Damit will das Unternehmen Entlassungen in einem größeren Umfang verhindern. Dem CEO zufolge verzeichnen Standorte an Flughäfen derzeit einen “erheblichen Nachfragerückgang”.Der Konzernchef vertraut aber auf die Wirkung der Konjunkturstützungsmaßnahmen der westlichen Regierungen, um die drohende Rezession infolge der Seuche rasch zu überwinden. Daher ist Sixt zuversichtlich, dass der Konzern 2021 über dem Ergebnisniveau von 2019 liegen werde. Er stützt sich dabei auf einen Ausblick des ifo Instituts. “Ich befinde mich mit meiner Prognose in ziemlich guter Gesellschaft.” Das beruhigte die Anleger. Nach einem Kurssturz gewann die Stammaktie am Mittwoch in der Spitze 26,4 % an Wert und beendete den Xetra-Handel bei 58,60 Euro (+25,7 %).Im laufenden Jahr wird Sixt allerdings einen Durchhänger haben. Die Konzernspitze bekräftigte ihre Gewinnwarnung von voriger Woche und ihre Absicht, die Dividende für 2019 zu streichen (vgl. BZ vom 18. März). Bei einem befürchteten Umsatzeinbruch rechnet Sixt mit einem deutlichen Rückgang des Vorsteuergewinns. Dabei nimmt der Vorstand den Ertrag aus dem Verkauf der Beteiligung an Sixt Leasing (41,9 %) heraus. Mit der Transaktion streicht das Unternehmen 156 Mill. Euro ein (vgl. BZ vom 22. Februar). Käufer ist eine Tochtergesellschaft von Hyundai und Banco Santander. Dem CEO zufolge ist der geplante Verkauf durch die Coronakrise nicht gefährdet. Er verwies auf das am Dienstag veröffentlichte Angebot.Der Ausblick 2020 von Sixt beruht auf der Annahme, dass die Bewegungseinschränkungen für die Bevölkerung das Geschäft noch für zwei bis drei Monate belasten wird. In der zweiten Jahreshälfte erwartet er eine Aufholjagd. 2019 steigerte der Konzern den Umsatz um 13 % auf 3,3 Mrd. Euro. Das Vorsteuerergebnis schrumpfte um 37 % auf 337 Mill. Euro. Grund war ein Basiseffekt: 2018 sorgte der Erlös aus dem Verkauf der Drivenow-Beteiligung für einen Rekordgewinn. Ohne diesen Effekt hätte der Gewinn stagniert. – Personen Seite 12