Sixt rutscht in die Verlustzone
Sixt rutscht in die Verlustzone
sck München – Die Folgen der Coronavirus-Pandemie haben Deutschlands größtem Autovermieter Sixt deutlich zugesetzt. Das SDax-Mitglied schrieb zum Jahresauftakt bei rückläufigen Erlösen rote Zahlen. Nach vorläufigen Berechnungen schrumpfte von Januar bis März der operative Umsatz um 4 % auf 484 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Steuern im ersten Quartal bezifferte Sixt mit – 5 Mill. Euro. Ein Jahr zuvor erwirtschaftete der Konzern mit Sitz in Pullach bei München einen Gewinn (vor Steuern) von 40 Mill. Euro.Für den laufenden zweiten Dreimonatsabschnitt 2020 warnte der Vorstand vor “einer sehr starken Beeinträchtigung des Geschäftsverlaufs”, wie aus der Ad-hoc-Meldung von Sixt vom Freitagabend (nach Börsenschluss) hervorgeht. Die Konzernführung bekräftigte, dass sie in der zweiten Jahreshälfte mit einer Erholung rechnet: “Für das zweite Halbjahr erwartet die Gesellschaft eine sukzessive Normalisierung der Nachfrage nach ihren Mobilitätsprodukten.” Die Anleger reagierten auf die schwachen Quartalszahlen unbeeindruckt. Zum Wochenauftakt gewann die Stammaktie von Sixt in einem sich erholenden Markt zeitweise 7% auf 58,20 Euro an Wert. Infolge der Seuche war das Papier zuvor deutlich eingebrochen.Der Konzern will seinen Zwischenbericht zum ersten Quartal am 13. Mai veröffentlichen. Aufgrund der Ausgangssperren und Kontakteinschränkungen in den westlichen Industriestaaten als Folge der Pandemie ist das Geschäft von Sixt wie das ihrer Wettbewerber faktisch zum Erliegen gekommen. Nach einer Gewinnwarnung für 2020 und einer gestrichenen Dividende gab das Unternehmen Ende März Gegenmaßnahmen bekannt, um die Lage in der Coronakrise zu stabilisieren (vgl. BZ vom 26. März). Der Vorstand um Firmenpatriarch Erich Sixt kündigte vorübergehende Standortschließungen und Kurzarbeit für die betroffenen Beschäftigten an. Der Konzern plant, dadurch seine Kosten um rund 100 Mill. Euro zu drücken.