Softbank erwägt IPO der Mobilfunktochter

Gruppe leidet unter Bewertungsabschlag

Softbank erwägt IPO der Mobilfunktochter

mf Tokio – Die japanische Softbank Group des Technologie-Investors Masayoshi Son erwägt einen Börsengang ihrer Mobilfunktochter. Dabei würde Softbank vom Comeback des japanischen Aktienmarktes profitieren und dem für 2019 geplanten IPO der Speicherchipsparte von Toshiba zuvorkommen. Mit einem Volumen von 2 Bill. Yen (14,8 Mrd. Euro) wäre es das größte IPO seit dem Mobilfunker NTT Docomo 1998 mit einem Volumen von 2,1 Bill. Yen. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, reagierte das Unternehmen auf einen Bericht von “Nikkei”.Laut diesen Informationen wird der Börsengang zwischen März und Mai beantragt, während die Erstnotiz im Herbst in Tokio und eventuell in London stattfindet. Softbank will nämlich angeblich nur 30 % der Anteile veräußern. Zwar schreibt die Tokioter Börse beim IPO der Tochter eines börsennotierten Konzerns einen Verkauf von 35 % vor. Aber dies lässt sich umgehen, wenn man die Aktien gleichzeitig an einer Börse im Ausland zugänglich macht.Die Mobilfunktochter ist die Ertragsperle der Softbank Group: Zuletzt steuerte sie mit 3,2 Bill. Yen rund 36 % der Erlöse und mit 720 Mrd. Yen rund zwei Drittel des Betriebsgewinns bei. Als Telekomunternehmen kann sie zwar nicht mit einer so hohen Bewertung rechnen wie die Gruppe. Aber mit einer Marge von 22,5 % ist sie trotz des gesättigten Marktes in Japan profitabler als der nach Bloomberg-Angaben globale Telekomdurchschnitt von 15,8 %. Hohe SchuldenlastIm Fokus potenzieller Aktionäre steht auch, welcher Teil der 14,2 Bill. Yen (105 Mrd. Euro) Schulden der Gruppe auf die Tochter entfällt. Knapp 40 % dieser Verbindlichkeiten werden in den nächsten fünf Jahren fällig. Angeblich will die Konzernmutter die IPO-Erlöse jedoch für Investitionen statt zum Schuldenabbau verwenden.Das von Son gegründete Unternehmen wurde weltweit durch seine frühen Investitionen in das Webportal Yahoo und die chinesische Alibaba Group sowie die Übernahmen des US-Mobilfunkers Sprint und des britischen Chipdesigners ARM bekannt. Softbank gehört zu den Investoren des 93 Mrd. Dollar schweren Vision-Technologiefonds von Son. Die aktuelle Marktkapitalisierung von 10,1 Bill. Yen (75,6 Mrd. Euro) der Gruppe liegt deutlich unter dem Börsenwert von 114 Mrd. Euro des Softbank-Anteils an Alibaba. Der Spin-off der Telekomsparte könnte daher den bisherigen hohen Bewertungsabschlag der Konzernmutter verringern. Offenbar wegen dieser Aussicht stiegen die Aktien der Softbank Group in Tokio um 3,2 %. Bis zum Hoch von Ende Oktober fehlen aber noch 13 %.