Softbank finanziert Start-ups über Fonds der Credit Suisse
Softbank finanziert Start-ups über Fonds der Credit Suisse
mf Tokio – Die japanische Softbank Group von Technologieinvestor Masayoshi Son hat laut einem Bericht der “Financial Times” über 500 Mill. Dollar in einen Investmentfonds der Credit Suisse (CS) gesteckt, der wiederum mehrere Start-up-Unternehmen mitfinanziert, an denen der Softbank Vision Fund beteiligt ist. Auf diese Weise versorgt Softbank Group über den CS-Fonds de facto ihre eigenen Beteiligungen mit Geld, während die anderen Fondsanleger allein auf ihre Rendite achten.Im Zentrum des kreisförmigen Kapitalflusses steht Greensill Capital in London, die im Auftrag der Credit Suisse die Vermögenswerte für den Fonds auswählt. Ihre Spezialität besteht darin, Unternehmen dabei zu helfen, ihre Zulieferer vorzufinanzieren. Verkaufsprospekte von Credit Suisse belegen nach Angaben der “Financial Times”, dass mit Stand Ende März vier der zehn größten Fondspositionen zu Unternehmen des Vision Fund gehören, darunter die Hotelkette Oyo und der Autoabonnement-Dienst Fair. Diese Investitionen machten 15 % der 5,2 Mrd. Dollar des Fondsvermögens aus. Diese Tatsache wirkt besonders dubios, weil zu den Kapitalgebern von Greensill Capital auch Softbank gehört. Die japanische Gruppe kommentierte den Pressebericht nicht.Stattdessen vermeldete Softbank zum Wochenauftakt, man habe den Mitte März verkündeten ersten Aktienrückkauf für 500 Mrd. Yen (umgerechnet 4,1 Mrd. Euro) am 14. Juni abgeschlossen. Dabei wurden knapp 108 Millionen Aktien erworben. Die einzige offizielle Gegenfinanzierung ist bisher der Verkauf von 5 % der japanischen Mobilfunktochter Softbank Corp. Für 240 Millionen Anteile wollte Softbank bis zum 26. Mai 313 Mrd. Yen (2,6 Mrd. Euro) erlösen.Der Vision Fund hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,9 Bill. Yen (15,7 Mrd. Euro) verloren. Deswegen will Softbank Vermögenswerte für 4,5 Bill. Yen (33 Mrd. Euro) versilbern. Für 2,5 Bill. Yen will Son eigene Aktien zurückkaufen.