Softwarehaus Cloudera muss sich bescheiden

Marktkapitalisierung niedriger als Privatbewertung

Softwarehaus Cloudera muss sich bescheiden

wb Frankfurt – Das amerikanische Softwarehaus Cloudera ist in bisherigen Finanzierungsrunden deutlich höher bewertet worden als im anstehenden Börsengang. Die jetzt festgelegte Preisspanne ergibt eine Marktkapitalisierung von 1,79 Mrd. Dollar. Im März 2014 lag die Bewertung bei einer Beteiligungsrunde bei 4,1 Mrd. Dollar. Damals engagierte sich der Halbleiterkonzern Intel mit 22 %. Es werden jetzt 12 bis 14 Dollar je Aktie verlangt, wobei 15 Millionen Aktien verkauft werden sollen. Je Aktie hatte Intel vor drei Jahren aber 30,92 Dollar in seinem damaligen Investment über 740 Mill. Dollar berappt. Die auf Big Data ausgerichtete Cloudera aus Palo Alto, die sich auf Hybrid-Open-Source-Software konzentriert, war 2008 gegründet worden und hat über 1 000 Unternehmen sowie Regierungen als Kunden. Zur Klientel zählen etwa BT Group, Citi, Experian und Navistar. Zuletzt wurde Sense übernommen nach Datapad und Xplain. Der Umsatz stieg 2016 um 57 % auf 261 Mill. Dollar. Der Cash-Abfluss kletterte von 90 Mill. auf 117 Mill. Dollar, während der Verlust von 203 Mill. auf 187 Mill. Dollar sank. Auf absehbare Zeit werden rote Zahlen erwartet. Als Vergleichsunternehmen für Cloudera gilt die ungleich größere Red Hat, deren Börsenwert bei Umsätzen von 2,4 Mrd. Dollar rund 15,4 Mrd. Dollar ausmacht. Investoren von Cloudera sind neben Intel Accel Partners, Meritech, Greylock, Ignation, MSD Capital sowie T. Rowe Price. Underwriter fürs IPO sind Morgan Stanley und J.P. Morgan.In den USA gab es – mit den von Snap eingeworbenen 3,4 Mrd. Dollar an der Spitze – im ersten Quartal 2017 genau 25 IPOs, für die nahezu 10 Mrd. Dollar eingesammelt wurden. Die mittlere Größe pro Deal waren laut dem Datendienstleister Renaissance Capital 190 Mill. Dollar. Nach Snap war Invitation Homes mit 1,5 Mrd. Dollar die größte Transaktion 2017 bisher. Zu den Kandidaten, die ein Filing eingereicht haben, zählen Gardner Denver Holdings, Wideopenwest (Telekom) und Frontier Airlines, aber auch Klöckner Pentaplast aus Deutschland.